logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

Umsatzsteuer

Vorsteuerabzug für eigene Laborleistungen

Ein Leser fragt: Für meine Zahnarztpraxiserbringe ich selbst Laborleistungen, die ich dem ermäßigtenUmsatzsteuersatz (7 v.H.) unterwerfe. Ich beauftrage auch fremde Laborsin Deutschland und Österreich. Bei den ausländischenRechnungen wird keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt. Die Vorsteuerfür bezogene Leistungen, die sowohl die Praxis als auch das Laborbetreffen, teile ich im Verhältnis meiner Umsätze auf undziehe den Anteil für das Labor bei der Umsatzsteuer ab. Kann ichdieses Verhältnis dadurch positiv verändern, daß ichdie Arbeiten der Fremdlabore über mein Labor abrechne und von dortin die Praxis weitergebe?

Unsere Antwort: Nein.Der aufgezeigte Weg ist aus mehreren Gründen nicht geeignet, denAnteil der abzugsfähigen Vorsteuer zu erhöhen. Zum einen sindPraxis und Labor keine eigenständigen Rechtspersönlichkeiten.Auftraggeber ist immer der Arzt als natürliche Person. DieLaborleistung wird steuerlich lediglich der Zahnarztpraxis zugerechnet,weil sie dafür bestimmt ist. Zum anderen wäre der Umwegüber das eigene Labor auch deshalb nicht erfolgreich, da dasFinanzamt einen Mißbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten(§ 42 Abgabenordnung) annehmen würde. Grund: Fürdie Vorgehensweise gibt es keine wirtschaftlichen oder sonstigenaußersteuerlichen Gründe. Die Erhöhung desVorsteueranteils ist das einzige Ziel der Maßnahme. Die fremdenLaborleistungen würden daher ohnehin der Praxis zugerechnet.Außerdem ist zu beachten, daß die Aufteilung der Vorsteuerfür Leistungen, die sowohl Praxis als auch Labor betreffen, imWege einer sachgerechten Schätzung vorzunehmen ist (§ 15Abs. 4 UStG). Die Aufteilung nach dem Verhältnis derUmsatzanteile kann im Einzelfall sachgerecht sein, muß es abernicht. So zum Beispiel wenn andere Aufteilungsmaßstäbevorzuziehen sind (qm etc.). Die Berücksichtigung von„Durchgangsumsätzen“ aus den Fremdlaboren bei derAufteilung der Vorsteuer nach den Umsatzanteilen ist aber keinesfallssachgerecht.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 04/1999, Seite 4

Quelle: Ausgabe 04 / 1999 | Seite 4 | ID 108562