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Umsätze aufteilen

Aktuelle Anweisung zur steuerlichen Behandlung von CEREC-Geräten

Mit Urteil vom 28. November 1996 hat derBundesfinanzhof (BFH) zur steuerlichen Behandlung der UmsätzeStellung genommen, die mit Hilfe der CEREC-Geräte ausgeführtwerden. Zweieinhalb Jahre nach Verkündung des Urteils hat sich dasBundesfinanzministerium seinerseits zu dem Urteil geäußert.Hier die Kernaussagen der Verwaltungsanweisung vom 13. April 1999 (Az.IV D 2 - S 7170 - 1/99 II):

  • Füllungen (Inlays), Dreiviertelkronen (Onlays) undVerblendschalen für die Frontflächen der Zähne (Veneers)aus Keramik unterliegen dem ermäßigten (siebenprozentigen)Steuersatz, auch wenn sie vom Zahnarzt computergesteuert im sogenanntenCEREC-Verfahren gefertigt werden.
  • Alle unmittelbar hiermit verbundenen Leistungen (zum Beispiel dasAuftragen von Haftliquid oder das Einpudern mit Titandioxidpuder) sindsteuerpflichtige Nebenleistungen und unterliegen daher ebenfalls demermäßigten Steuersatz. Hingegen gehört zurumsatzsteuerfreien zahnärztlichen Leistung der Einsatz derintraoralen Videokamera des CEREC-Gerätes für diagnostischeZwecke.
  • Die abzurechnenden Leistungen, die auf den Einsatz einesCEREC-Gerätes entfallen, sind zum Zwecke der Abgrenzung nachsteuerfreien und steuerpflichtigen Umsätzen getrenntaufzuzeichnen, und zwar unter Angabe insbesondere der Leistungsnummerndes Gebührenverzeichnisses der GOZ oder anderer Angaben.
  • Die bisherige Regelung in den Umsatzsteuer-Richtlinien ist mitsofortiger Wirkung nicht mehr anzuwenden. Beruft sich ein Zahnarzt ineinem noch nicht bestandskräftigen Fall auf die Entscheidung desBFH, ist dies nicht zu beanstanden.

Praxishinweis 1:Wer Umsätze mit Hilfe eines CEREC-Gerätes ausführt,sollte die aktuelle Verwaltungsanweisung unbedingt beachten, da sie aufeiner Linie mit der obersten Finanzrechtsprechung liegt. Wichtig istinsbesondere, daß die Leistungen in einen steuerpflichtigen undeinen steuerfreien Teil aufgesplittet werden. Der steuerpflichtige Teilunterliegt dabei dem ermäßigten Steuersatz.Ursprünglich war vorgesehen, daß der Zahnarzt die Aufteilungin einen steuerpflichtigen und einen steuerfreien Teil imSchätzungswege vornehmen kann. Dieser Passus, der im Entwurf zuder hier vorgestellten Verwaltungsanweisung noch enthalten war, ist imendgültigen Text nicht mehr zu finden. Danach dürfte eineAufteilung nach geschätzten Beträgen also unzulässigsein.

Praxishinweis 2: DieAufteilung hat auch Auswirkung auf den Vorsteuerabzug für dieAnschaffung des CEREC-Gerätes. Bei Geräten, die sowohlfür umsatzsteuerfreie als auch umsatzsteuerpflichtige Umsätzegenutzt werden, darf die Vorsteuer nämlich nur anteilig abgezogenwerden. Leider hat die Finanzverwaltung sich nicht dazugeäußert, welcher Aufteilungsmaßstab hier gelten soll.Unsere Empfehlung: Nehmen Sie die Aufteilung entsprechend demVerhältnis der steuerpflichtigen und steuerfreien Umsätzevor, die mit Hilfe des CEREC-Gerätes erbracht werden. Lassen Siesich die Zulässigkeit des Aufteilungsschlüssels aber imRahmen einer verbindlichen Auskunft durch das Finanzamt bestätigen.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 06/1999, Seite 8

Quelle: Ausgabe 06 / 1999 | Seite 8 | ID 108586