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„Überhöhte“ Eigenlaborrechnungen

Luxusbehandlung und betriebswirtschaftliche Kalkulation

Das Oberlandesgericht (OLG) Köln ist derAuffassung, daß private Krankenkassen ihren Kunden nicht dieKosten einer Luxusbehandlung erstatten müssen. Zudemmißtraut es Zahnärzten, die zahntechnische Leistungen imeigenen Labor durchführen, nicht nach den Sätzen derBEL-Liste abrechnen und eine betriebswirtschaftliche Kalkulationvermissen lassen (Urteil vom 30.9.98, Az. 5 U 168/96; Abruf-Nr. 99182).

Was war geschehen?

Ein Zahnarzt hatte im April 1993 einen Heil- undKostenplan aufgestellt, in dem seine zahnärztlichen Leistungen mitrund 17.500 DM und die zahntechnischen Arbeiten mit circa 8.900 DMveranschlagt wurden. Die private Krankenversicherung des Patientenerteilte eine Erstattungszusage, beschränkte diese aber bei denMaterial- und Laborkosten auf die Sätze des BEL. NachAbschluß der Behandlung stellte der Zahnarzt seinezahnärztlichen Leistungen mit rund 20.700 DM und diezahntechnischen Leistungen mit etwa 28.600 DM in Rechnung. DieBerechnung erfolgte nach der bundeseinheitlichen Benennungsliste (BEB).In diesem Zusammenhang äußerst wichtig: Die zahntechnischenLeistungen ließ der Zahnarzt in seinem Praxislabordurchführen. Die Krankenversicherung verweigerte dem Patientendaraufhin eine Erstattung in voller Höhe. Nach einigem hin und herstritten sich Patient und Krankenkasse letztlich noch um einen Betragvon etwa 6.000 DM, wobei schließlich die Krankenkasse denProzeß gewonnen hat. Die Richter stützten sich in ihrerBegründung auf zwei Punkte:

  1. Die Behandlung war offenbar nicht ausschließlichmedizinisch notwendig, sondern diente zum Teil auch der Ästhetik.Die Richter: „Auch rein ästhetische Gesichtspunkte, diefreilich gerade beim Zahnersatz nach Maßgabe des gutenQualitätsstandards zu berücksichtigen sind, rechtfertigenkeine unverhältnismäßig hoheKostenüberbürdung“.
  2. Bezüglich der Rechnungfür die zahntechnischen Leistungen haben die Richter einenachvollziehbare betriebswirtschaftliche Kalkulation der angefallenenKosten vermißt. Zwischen den Zeilen ist herauszulesen, daßdie Richter dem Zahnarzt mißtraut haben. Offenbar glauben sienicht, daß die abgerechneten Kosten auch tatsächlichentstanden sind. Allerdings führen sie weiter aus, daß derZahnarzt Probleme hätte vermeiden könne, indem er sich beider Abrechnung an die Sätze der BEL-Liste angelehnt und/oderAbweichungen substantiiert dargelegt hätte. In diesem Fallhätte man die berechneten Kosten als tatsächlich entstandenakzeptieren müssen!

Fazit: Wer diezahntechnischen Leistungen im eigenen Labor fertigen läßtund die veranschlagten Kosten deutlich überschreitet, gerätleicht in den Verdacht, sich auf Kosten seiner Patienten (bzw. derenKrankenkasse) bereichern zu wollen. Beugen Sie dem vor und sorgen Siefür eine ordnungsgemäße betriebswirtschaftlicheKalkulation der zahntechnischen Arbeiten.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 06/1999, Seite 13

Quelle: Ausgabe 06 / 1999 | Seite 13 | ID 108588