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Steuerreform

Die „Rot-Grüne“ Steuerreform

Die vom Bundestag und Bundesrat beschlosseneSteuerreform unterscheidet sich glücklicherweise in einigenwesentlichen Punkten von der im„Zahnärzte-Wirtschaftsdienst“ 12/98 vorgestelltenAbschußliste. So bleibt insbesondere der Freibetrag von60.000 DM beim Praxisverkauf erhalten. Anscheinend konnteklargemacht werden, daß dieser Freibetrag ein wichtiger Beitragzur Altersvorsorge ist. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Punkteder Steuerreform für Sie zusammengestellt. Die aufgeführtenNeuregelungen gelten rückwirkend zum 1. Januar 1999, soweit nichtsanderes erwähnt ist.

1. Der Freibetrag und der halbe Steuersatz beim Praxisverkauf

Der Freibetrag von 60.000 DM bei Vollendungdes 55. Lebensjahres  bzw. Erwerbsunfähigkeit beimPraxisverkauf bleibt erhalten. Der 60.000 DM übersteigendeVeräußerungsgewinn unterfällt nun aber dem vollenSteuersatz. Der halbe Steuersatz fürVeräußerungsgewinne wurde gestrichen.

2. Das Zwei- bzw. Drei-Konten-Modell

Das Zwei- oder Drei-Konten-Modell wurdeabgeschafft. Große private Anschaffungen wie zum Beispiel einEinfamilienhaus können nicht mehr mit Geld aus der Praxisfinanziert werden, wenn gleichzeitig für die Praxis ein Kreditaufgenommen wird und dessen Zinsen als Praxisausgaben beim Finanzamtgeltend gemacht werden. Diese Zinsen werden zukünftig als privateAusgaben behandelt. Dieser harte Einschnitt soll lediglich dadurchgemildert werden, daß bei Ausgaben bis zu 8.000 DM dieHälfte als Praxisausgaben anerkannt wird. Wie Sie sich dieVorteile des Zwei-Konten-Modells erhalten können, erfahren Sie aufden Seiten 7 - 9 dieser Ausgabe.

3. Die Sonder- und Ansparabschreibung für Praxisinvestitionen

Die 20prozentige Sonder- und Ansparabschreibungfür kleinere und mittlere Praxen (§ 7g Einkommensteuergesetz)bleibt grundsätzlich erhalten. Allerdings kann die Sonder- undAnsparabschreibung jetzt nur noch für Investitionen in Anspruchgenommen werden, für die zuvor schon eine Rücklage gebildetwurde. Soweit dies möglich ist, sollten Sie also bereits in IhrerSteuererklärung für 1998 eine solche Rücklage bilden.

4. Die Spekulationsfristen bei Immobilien und Wertpapieren

Die Spekulationsfrist für den privatenVerkauf von Immobilien wurde von zwei auf zehn Jahren ausgedehnt. DieSpekulationsfrist für den Verkauf von Wertpapieren wurde von sechsauf zwölf Monate verdoppelt. Bei der Veräußerung vonImmobilien oder Wertpapieren innerhalb dieser Fristen unterfälltder Veräußerungsgewinn der Steuer.

5. Die Abfindung für in der Praxis mitarbeitende Ehegatten

Die Freibeträge für Abfindungen von Arbeitnehmern werden gekürzt. Die Freibeträge lauten nunmehr:

  • JederArbeitnehmer:                       16.000 DM
  • Alter 50, in der Praxis 15 Jahre:          20.000 DM
  • Alter 55: in der Praxis 20 Jahre:          24.000 DM

Beim Arbeitgeberehegatten sind die gezahlten Abfindungsleistungen als Betriebsausgaben der Praxis abzugsfähig.

6. Verlustvor- und Verlustrückträge

Der Verlustrücktrag wird auf ein Jahrbeschränkt. Für die Jahre 1999 und 2000 können noch 2Millionen DM zurückgetragen werden. Ab dem Jahre 2001 kann derVerlustrücktrag noch für einen Verlust in Höhe von 1Millionen DM in Anspruch genommen werden.

7. Der Sparerfreibetrag

Der Sparerfreibetrag beträgt ab dem 1.1.2000 für Alleinstehende 3.000 DM und für Ehepaare 6.000 DM.

8. Pauschalbesteuerte „630-DM-Arbeitsverhältnisse“

Die 630-DM-Arbeitsverhältnisse werdenzukünftig nicht mehr pauschal versteuert. Statt der Pauschalsteuerwerden 10 Prozent an die Krankenversicherung und 12 Prozent an dieRentenversicherung abgeführt. In der nächsten Ausgabe werdenwir ausführlich über die Neuregelung der630-DM-Arbeitsverhältnisse berichten und auch einen Mustervertragvorstellen.

9. Mindestbesteuerung mit „Schlupfloch“

Die Begrenzung der Verlustverrechnung zwischen denverschiedenen Einkünften wird begrenzt. So können zumBeispiel Verluste aus Kapitalanlagen nicht mehr unbegrenzt mit Gewinnenaus der Zahnarztpraxis verrechnet werden. Der Verlustabzug zwischen denverschiedenen Einkunftarten ist unbeschränkt nur noch bis zu einemBetrag von 100.000 DM bzw. 200.000 DM bei Ehegatten möglich.Darüber hinaus ist der Verlustausgleich nur noch bis zurHälfte der verbleibenden positiven Einkünfte möglich.Ein danach noch verbleibender Verlust kann in andere Jahre vor- oderzurückgetragen werden.

Beispiel

Ein Zahnarztehepaar hat 1999 negativeEinkünfte i.H.v. 350.000 DM aus Vermietung und Verpachtung undpositive Einkünfte aus der Zahnarztpraxis von 400.000 DM. Damitkönnen 200.000 DM Verlust aus Vermietung und Verpachtungunbeschränkt von den Einkünften aus der Zahnarztpraxisabgezogen werden. Von den verbleibenden positivenZahnarzteinkünften von 200.000 DM kann noch ein Verlust von100.000 DM abgezogen werden. So verbleiben 1999 positiveZahnarzteinkünfte von 100.000 DM. Für den verbleibendenVerlust aus Vermietung und Verpachtung von 50.000 DM kann derVerlustvortrag bzw. -rücktrag in Anspruch genommen werden.

Für Verluste ausVerlustzuweisungsgesellschaften gilt eine Sonderregelung: Fürweitsichtige Steuerzahler hat die Bundesregierung hier ein„Schlupfloch“ geschaffen. Wer bis zum Ende desnächsten Jahres Anteile an einer Verlustzuweisungsgesellschaftkauft, kann diese Verluste weiter voll steuerlich abziehen. Die engenGrenzen der Mindestbesteuerung gelten hier erst ab dem 1. Januar 2001.Voraussetzung für die Abzugsfähigkeit ist, daß dieVerlustzuweisungsgesellschaft ihre Investitionsentscheidung bereits vordem 5. März 1999 getroffen hat und in ihrer Werbung nichtausdrücklich auf die steuerliche Abzugsfähigkeit hinweist.Wir werden solche Verlustzuweisungsgesellschaften ermitteln und Ihnenin den nächsten Ausgaben vorstellen.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 04/1999, Seite 5

Quelle: Ausgabe 04 / 1999 | Seite 5 | ID 108564