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Steuerberaterkosten

Wie wird das Steuerberaterhonorar ermittelt?

von Rechtsanwalt und Steuerberater Thomas Schmidt, Dr. Schmidt und Partner, Koblenz/Dresden/Oberhausen

Wieviel darf ein Steuerberater für seineLeistungen berechnen? Diese Frage stellt sich wohl jeder Zahnarztspätestens, wenn er die Rechnung seines Steuerberaters erhältund glaubt, diese sei zu hoch. Gerade in diesem Jahr werden vieleZahnärzte feststellen, daß ihr Steuerberater teurer gewordenist, denn ab dem 1. Januar 1999 gelten die in 1998 erhöhtenGebührensätze der Steuerberater-Gebührenverordnung. Imfolgenden Beitrag wird dargestellt, nach welchen Kriterien derSteuerberater bei der Erstellung seiner Rechnungen vorgehen muß.

Wann wird welche Gebühr erhoben?

Die Steuerberater-Gebührenverordnung regeltdie Vergütung von Leistungen des Steuerberaters. Der Steuerberaterdarf bei der Erhebung seiner Gebühren von der Verordnung nichtabweichen. Die Berechnung des Honorars erfolgt auf drei Wegen:

  • Berechnung als Wertgebühr;
  • Berechnung als vereinbarte Pauschalvergütung;
  • Berechnung als Zeitgebühr.

Dabei sagt die Gebührenverordnung imeinzelnen, für welche Tätigkeit eine Wert-, einePauschalvergütung oder eine Zeitgebühr zu erheben ist. DieWert- und Zeitgebühren des Steuerberaters sind im August letztenJahres um durchschnittlich 6 bis 7 Prozent erhöht worden.

In den meisten Fällen verlangt derSteuerberater eine Wertgebühr, die sich zum Beispiel amJahresumsatz der Praxis orientiert. Eine Pauschalvergütungkönnen Sie mit Ihrem Steuerberater für laufendauszuführende Tätigkeiten – zum Beispiel dieBuchführung und den Jahresabschluß – vereinbaren. DieZeitgebühr dagegen ist nur in Ausnahmefällen vorgesehen, zumBeispiel für die Prüfung von Steuerbescheiden, dieEinrichtung von Buchführungen oder die Teilnahme anBetriebsprüfungen.

Höhe der Gebühr

Sieht die Gebührenverordnung bei der Erhebungder Gebühren einen Rahmen vor (das ist bei der Wert- undZeitgebühr regelmäßig der Fall), so erhebt derSteuerberater meistens die Mittelgebühr. Für besondersschwierige und zeitintensive Arbeiten kann er eine höhereGebühr verlangen oder den Gebührenrahmen ganzausschöpfen. Bei leichten und schnell anzufertigenden Arbeiten hater sich unterhalb der Mittelgebühr zu orientieren. Bei derZeitgebühr beträgt der Gebührenrahmen zwischen 37,50 DMund 90 DM je angefangene halbe Stunde.

Unzulässig ist die Vereinbarung einesErfolgshonorars, zum Beispiel eines bestimmten Anteils an derSteuererstattung, wie man es aus den Vereinigten Staaten kennt. Einehöhere Vergütung als die nach der Gebührenverordnungkann Ihr Steuerberater nur aufgrund einer besonderen (schriftlichen)Vereinbarung verlangen.

Maßstab für die Wertgebühr

Die Wertgebühr richtet sich nach demsogenannten Gegenstandswert. Für die einzelnen Arbeiten desSteuerberaters kann jeweils ein anderer Gegenstandswert maßgebendsein. Beispiele zeigt die nachfolgende Tabelle:

Art der Tätigkeit

Gegenstandswert

Einkommensteuer-Erklärung

Summe der positiven Einkünfte

Ermittlung der Einkünfte aus
- Gewerbebetrieb
- selbständiger Arbeit

Summe der Einnahmen oder
Ausgaben, es gilt der höhere
Betrag

Nachdem klar ist, welcher Gegenstandswertmaßgebend ist, muß die relevante Gebührentabelleausgewählt werden. Es gibt insgesamt fünf Tabellen. Die dreiwichtigsten sind:

  • Tabelle A zur Ermittlung der Beratungsgebühr (zum Beispiel für die Einkommensteuer-Erklärung),
  • Tabelle B zur Ermittlung der Abschlußgebühr (zumBeispiel für die Aufstellung einer Bilanz mit Gewinn- undVerlustrechnung) und
  • Tabelle C zur Ermittlung der monatlichen Buchführungsgebühr.

In der Gebührenordnung ist zwarfestgelegt, wie hoch eine Gebühr bei einem bestimmtenGegenstandswert ist. Allerdings hat der Steuerberater einen erheblichenErmessensspielraum bei der Wahl des Gebührensatzes. So darf erbeispielsweise für die Erstellung derEinkommensteuer-Erklärung zwischen 1/10 und 6/10 der vollenGebühr nehmen.

Beispiel

Ein Zahnarzt hat einen Gewinn aus seiner Praxis von200.000 DM, Zinseinkünfte von 15.000 DM sowie einenVerlust aus der Vermietung eines Mehrfamilienhauses von 30.000 DM.Maßgeblich für die Bemessung des Steuerberaterhonorars istnur die Summe der positiven Einkünfte, also hier 215.000 DM.Der Steuerberater darf zwischen 1/10 und 6/10 der vollen Gebührnach Tabelle A berechnen. Die Mindestgebühr beträgt danach276,50 DM, die höchste Gebühr 1.659 DM und dieMittelgebühr 967,75 DM. Für die Ermittlung der einzelnenEinkünfte fallen weitere Gebühren an.

Wie hoch die Gebühr innerhalb der Spannbreiteist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von derSchwierigkeit, vom Umfang und von der Bedeutung der Tätigkeit. DieGebühr umfaßt alle entstandenen Kosten wie die fürBüro, EDV und natürlich die Beratungsleistung desSteuerberaters. Hinzu kommen eventuell anfallende Reisekosten, immerjedoch die Auslagenpauschale und die Umsatzsteuer.

Eines sollten Sie allerdings noch bedenken: DieFrage, ob das Honorar Ihres Steuerberaters angemessen ist, istnaturgemäß schwer zu beantworten. „Was nichts kostet,ist auch nichts wert” und „Gute Beratung kostet Geld”sagt der Volksmund. Die Beurteilung des Steuerberaters sollte dahernicht allein nach der Honorarhöhe, sondern vor allem nach derQualität der Beratung  erfolgen.

Übersicht zu den wichtigsten Gebühren

Es folgt ein Überblick über diewichtigsten Gebühren. So können Sie die Höhe IhrerSteuerberatungskosten nachvollziehen.


Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 03/1999, Seite 7

Quelle: Ausgabe 03 / 1999 | Seite 7 | ID 108556