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05.12.2008 |Steueränderungen

Die Regierung spannt einen steuerlichen „Schutzschirm für Arbeitsplätze“ auf

Die Bundesregierung hat am 5. November 2008 ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur raschen Überwindung der Konjunkturschwäche und für die Sicherung von Arbeitsplätzen beschlossen. Statt auf ein breit angelegtes Gießkannen-Prinzip setzt die Bundesregierung auf 15 konkrete Maßnahmen. Hierbei sind die meisten Maßnahmen für die nächsten zwei Jahre vorgesehen und fördern Investitionen und Aufträge in der Größenordnung von rund 50 Mrd. Euro. In diesem Beitrag wird erläutert, welche der Maßnahmen für einen Zahnarzt als Steuerzahler von Interesse sein dürften.  

Keine Kfz-Steuer für Neuwagen

Wer bis zum 30. Juni 2009 einen neuen Pkw zulässt, muss ein Jahr lang keine Kfz-Steuer zahlen. Wird in diesem Zeitraum ein umweltfreundlicher Pkw mit Euro-5 oder Euro-6-Norm erstmals zugelassen, verlängert sich die Befreiung sogar bis auf maximal zwei Jahre. 

 

Zu beachten ist, dass der Zeitraum der Nichterhebung der Steuer in jedem Fall am 31. Dezember 2010 endet. Je früher also ein umweltfreundliches Auto gekauft wird, desto länger kann von der Steuerbefreiung profitiert werden. Zusätzlich erhalten alle Bürger, die bereits einen besonders schadstoffarmen Pkw fahren, ab dem 1. Januar 2009 eine Steuerbefreiung für ein Jahr. Voraussetzung: Der Pkw muss seit dem Tag der Erstzulassung nach den Vorschriften der Abgasstufe Euro-5 genehmigt sein.  

Neue Kfz-Steuer ab 2011

Die Bundesregierung wird ab dem 1. Januar 2011 eine Besteuerung einführen, die sich am Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids ausrichtet. Je niedriger der CO2-Ausstoß, desto niedriger wird die Steuerbelastung sein. Festgelegt wurde, dass diejenigen, die in den nächsten acht Monaten einen Neuwagen kaufen, sicher sein können, später keine höhere Steuerbelastung tragen zu müssen als nach derzeit geltendem Recht. Beim Kauf eines besonders CO2-günstigen Pkw ist aber auch eine günstigere Besteuerung möglich. 

Handwerkerleistungen sind besser absetzbar

Handwerkerleistungen sind ab dem 1. Januar 2009 besser steuerlich absetzbar. Bei Instandhaltung- und Modernisierungsmaßnahmen wird der Steuerbonus von zur Zeit 600 Euro (20 Prozent auf maximal 3.000 Euro) auf 1.200 Euro (20 Prozent auf 6.000 Euro) verdoppelt. Diese Regelung soll zunächst bis zum Jahr 2010 gelten. 

Degressive Abschreibungen und Sonderabschreibungen

Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wird wieder eine degressive Abschreibung in Höhe von maximal 25 Prozent eingeführt. Im Gegensatz zur linearen Abschreibung, bei der die Höhe der Abschreibung in jedem Jahr identisch ist, sind die Beträge bei der degressiven Abschreibung im ersten Jahr am höchsten und verringern sich schrittweise mit jedem Folgejahr des Abschreibungszeitraumes. Eingeführt werden soll die degressive Abschreibung für Wirtschaftsgüter, die ab dem 01.01.2009 angeschafft werden.  

 

Die Maßnahme ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Unter diesem Gesichtspunkt sollten Anschaffungen ggf. in das nächste Jahr verschoben werden, sofern nicht andererseits eine Steuerminderung noch für dieses Jahr gewollt ist. Tipp: Sprechen Sie bei geplanten Investitionen daher unbedingt mit Ihrem Steuerberater. 

 

Kleinere und mittlere Unternehmen können zusätzlich zur degressiven Abschreibung auch Sonderabschreibungen nutzen. Die dafür relevanten Betriebsvermögens- und Gewinngrenzen werden auf 335.000, 175.000 und 200.000 Euro erhöht. Durch die erweiterten Abschreibungsmöglichkeiten werden Investitionen angeregt. 

 

Praxishinweise: Wenn Sie die degressive bzw. die Sonderabschreibung ab dem Jahr 2009 nutzen möchten, dann darf die Anschaffung erst ab dem 01.01.2009 erfolgen. Dabei kommt es auf das Lieferdatum an. Unmaßgeblich ist der Bestell- oder Bezahlvorgang. Stehen also noch in diesem Jahr Investitionen an, so kann es überlegenswert sein, diese auf den Januar 2009 zu verschieben. 

Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm wird aufgestockt

Neben dem Zweck des Schutzschirms für Arbeitsplätze ist es Ziel der Bundesregierung, dass der Altbaubestand energieeffizienter wird. Deshalb werden Investitionen in die CO2-Gebäudesanierung noch stärker gefördert. Das CO2-Gebäudesanierungsprogramm eignet sich für alle, die den Energieverbrauch ihres Altbaus entscheidend senken wollen.  

 

Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Ein- oder Zweifamilienhäusern oder Eigentumswohnungen, die keine Fremdfinanzierung wünschen, können auch die Zuschussvariante des Programms in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie im Internet unter. 

Weitere Maßnahmen im Internet

Die weiteren Maßnahmen dieses Konjunkturpaketes finden Sie auf der Startseite des Bundesfinanzministeriums im Internet unter www.bundesfinanzministerium.de

Quelle: Ausgabe 12 / 2008 | Seite 7 | ID 123312