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Implantologie

Umsatzsteuerliche Behandlung von Implantaten

von Steuerberater Jürgen Stolz, ADVISA Wirtschaftsberatung GmbH, Essen

Im „Zahnärzte-Wirtschaftsdienst“Nr. 10/2003 wurde die betriebswirtschaftliche Seite der Implantologieeinschließlich der Gesprächsführung mit dem Patientenbei einer Implantatversorgung beleuchtet. Nachfolgend geht es um dieumsatzsteuerliche Behandlung von Implantaten*.

Die zahnärztliche Leistung ist umsatzsteuerfrei

Sämtliche Umsätze, die Sie alsfreiberuflich tätiger Zahnarzt in Ausübung der Zahnheilkundeerzielen, sind umsatzsteuerfrei. Darunter fällt demzufolge auchdas Setzen eines oralen Implantats und die anschließendezahnärztliche Tätigkeit beim Erstellen der entsprechendenProthetik.

Die reinen Prothetikumsätze unterliegen der Umsatzsteuer

Die Prothetikumsätze selbst sind dagegennicht von der Umsatzsteuer befreit. Die reine Erstellung derprothetischen Arbeit zur Implantatversorgung, die in Ihrem Praxislaborgefertigt wurde, ist daher umsatzsteuerpflichtig. Der Steuersatzbeträgt 7 Prozent.

Wurde der Zahnersatz im Fremdlabor gefertigt, sowird er Ihnen vom Labor zuzüglich 7 Prozent Umsatzsteuer inRechnung gestellt. Bei der Eingliederung des Zahnersatzes am Patientenmüssen Sie dann nicht nochmals 7 Prozent Umsatzsteuer erheben,sondern diese Leistung ist umsatzsteuerfrei. Sie stellen dem Patientenallerdings eine Rechnung aus, die in der Summe die Fremdlaborkosteninklusive der Ihnen vom Labor in Rechnung gestellten Umsatzsteuerabdeckt.

Die Lieferung der Implantat-Materialien an den Zahnarzt ist umsatzsteuerpflichtig

Als Implantologe werden Sie sich bereits desÖfteren die Frage gestellt haben, warum Ihnen von den Lieferantenfür einen Teil Ihrer Bestellung 7 Prozent und für einenanderen Teil 16 Prozent Umsatzsteuer in Rechnung gestellt wurden. DieAntwort findet sich in den Tiefen der„Zolltarifbestimmungen“: Alle Teile, die derImplantatversorgung des Patienten dienen (also insbesondere dieImplantatschraube, die eingesetzte Verschlussschraube und derEinheilpfosten), werden Ihnen vom Lieferanten zuzüglich 7 ProzentUmsatzsteuer in Rechnung gestellt. Alle übrigen Materialien undGegenstände, die nicht der direkten Implantatversorgung dienen(also insbesondere gelieferte chirurgische Instrumente und Artikel),unterliegen dem allgemeinen Umsatzsteuersatz von 16 Prozent.

Kleinunternehmerregelung beachten

Sind Sie im umsatzsteuerlichen Sinne ein„Kleinunternehmer“, so müssen Sie bei Ihrenumsatzsteuerpflichtigen Umsätzen keine Umsatzsteuer abführen(dürfen diese dann aber auch nicht in der Rechnung separatausweisen) und können im Gegenzug auch keine Vorsteuern geltendmachen. Kleinunternehmer sind Sie dann, wenn dieumsatzsteuerpflichtigen Umsätze – zum BeispielEigenlaborleistungen – inklusive Umsatzsteuer im Vorjahr 17.500Euro nicht überstiegen haben und im laufenden Jahr 50.000 Eurovoraussichtlich nicht übersteigen werden.

* Ausführliche Informationen zum ThemaUmsatzsteuer finden Sie im„Zahnärzte-Wirtschaftsdienst“ Nrn. 7/2001 S. 5,8/2001, S. 9, und 9/2001, S. 20, oder unter www.iww.de bei Eingabe derAbruf-Nr. 031223 (oben rechts).

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 12/2003, Seite 12

Quelle: Ausgabe 12 / 2003 | Seite 12 | ID 109173