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Wann beteiligt sich das Finanzamt?

Praxisjubiläum und andere Feierlichkeiten

Eine schöne Feier hinterläßt beiMitarbeitern, Patienten und Geschäftspartnern einen bleibendenEindruck über den Augenblick hinaus. So richtig gelungen ist dieVeranstaltung aber erst, wenn sich das Finanzamt an den Kostenbeteiligt, die Beträge also als Betriebsausgaben abzugsfähigsind und keine zusätzliche Lohnsteuer für die Arbeitnehmeranfällt. Keine steuerlichen Probleme ergeben sich bei reinenPraxisgeburtstagen und -jubiläen, zum Beispiel aus Anlaß des1-, 5-, 10-jährigen Bestehens der Praxis, wenn dieTätigkeitsbereiche herausgestellt werden und ein Werbeeffektgegeben ist. Die Aufwendungen sind dann als Praxisausgabenabzugsfähig. Der Ausgabenabzug ist jedoch gem. § 4 Abs. 5 Nr.2 Einkommensteuergesetz (EStG) auf 80 Prozent begrenzt, sofern es sichum Bewirtungskosten handelt.

1. Praxisjubiläum mit Patienten

Die Finanzämter machen dagegenSchwierigkeiten, wenn auch private Motive und persönlicheEreignisse ein Anlaß für die Feier sind. Diese Erfahrungmußte auch ein Zahnarzt aus Hamburg machen, der zu seinem 25.Praxisjubiläum neben früheren und aktuellen Mitarbeitern auchdie Patienten eingeladen hatte, zu denen er eine enge persönlicheBindung unterhielt (Finanzgericht Hamburg, rechtskräftiges Urteilvom 8.8.1995, Az: III 221/93, EFG 1996, 421). Die Richter störtensich insbesondere an den Eintragungen in dem Gästebuch, diedafür sprachen, daß private Überlegungen im Vordergrundgestanden haben. Außerdem habe der Zahnarzt ein höchstpersönliches Ereignis gehabt, weil er ebenso 25 Jahre seinen Berufausgeübt hat. Die Feier sei schon aus diesen Gründen wie einDienstjubiläum zu behandeln, so daß die Kosten insgesamt zurprivaten Lebensführung gehören.

2. Geburtstagsfeier mit Geschäftsfreunden und Mitarbeitern

Das gleiche Ergebnis ergibt sichregelmäßig auch bei Geburtstagsfeiern, die in diesem Kreisinnerhalb oder außerhalb der Praxisräume stattfinden. Hierist ein Abzug als Betriebsausgaben selbst dann nicht – auch nichtanteilig – möglich, wenn überwiegend oderausschließlich Geschäftsfreunde und Mitarbeiter teilnehmen.Ist der Anlaß der Feier ein in der privaten Sphäre desEinladenden liegendes persönliches Ereignis, sind die Aufwendungenfür die Bewirtung von Gästen grundsätzlich Kosten derLebensführung, die gem. § 12 Nr. 1 EStG nicht abgezogenwerden können. Dies gilt selbst dann, wenn der Aufwand zugleichdie Praxis fördert (BFH, Urteil vom 27.2.1997, Az: VI R 60/96,BFH/NV 1997, 560). Eine Ausnahme kann unter Umständen gelten, wennauslösendes Moment für die Veranstaltung nicht die Ehrung desJubilars ist (BFH, Urteil vom 28.11.1991, Az: I R 13/90, BStBl II 1992,359).

Dagegen führt eine gesonderte Feier fürdie privaten Gäste nicht zur Abzugsfähigkeit der Kostenfür die Veranstaltung mit den betrieblichen Gästen. Selbstwenn nicht das Geburtstagskind selbst, sondern ein Mitinhaber derPraxis einlädt und die Feier genutzt wird, um die Praxisvorzustellen, sind die Aufwendungen wegen der privaten Mitveranlassunggem. § 12 Nr. 1 EStG nicht abzugsfähig (BFH, Urteil vom27.2.1997, Az: VI R 60/96).

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 02/1999, Seite 5

Quelle: Ausgabe 02 / 1999 | Seite 5 | ID 108542