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Gemeinschaftspraxis

Aufnahme eines Sozius: Ändert sich die Rechtsprechung?

Bereits mehrfach haben wir darüber berichtet,wie Sie einen Partner mit dem „Stufenmodell“steuergünstig in die bestehende Einzelpraxis aufnehmen können(siehe „Zahnärzte-Wirtschaftsdienst“ 6/97). Eventuellmuß jetzt umgedacht werden. Der XI. Senat des Bundesfinanzhofs(BFH) beabsichtigt nämlich, von der bislang herrschenden Meinungabzuweichen und die Rechtsprechung zu dieser Problematik zu lockern.Folgendes Beispiel verdeutlicht, worum es konkret geht: Ein Zahnarztbetreibt eine Einzelpraxis, die einen Wert von insgesamt 300.000 DM hat(Anlagegüter + Goodwill). Er nimmt einen Partner mit einerBeteiligung von 50 Prozent auf. Der Junior zahlt dem Senior einen„Einstand“ von 150.000 DM; der Senior vereinnahmt denBetrag sofort auf seinem privaten Bankkonto. Nach bisheriger –noch geltender – Auffassung muß der Senior den Gewinn ausder Anteilsübertragung voll versteuern.  Der XI. Senat desBFH hingegen ist der Auffassung, daß der Betrag nur dem halbenpersönlichen Steuersatz unterliegt. Dieses Ergebnisläßt sich derzeit nur annähernd mit Hilfe desStufenmodells erreichen. Dieses Modell kostet aber Zeit (mindestens einJahr) und wird von der Finanzverwaltung stets genau unter die Lupegenommen; Formfehler  führen zum Verlust derSteuerbegünstigung.

Unser Tip: Da der XI.Senat von der Rechtsprechung des IV. BFH-Senats abweicht, muß ersich vor einer endgültigen Entscheidung dessen Zustimmungeinholen. Stimmt der IV. Senat zu, ist die Lockerung der Rechtsprechungperfekt. Versagt er aber seine Zustimmung, muß der sogenannteGroße Senat entscheiden. Zahnärzte, die einen Partneraufnehmen wollen und keine Eile haben, sollten die endgültigeEntscheidung des BFH abwarten. Sofern Sie nicht warten können,sollten Sie das bereits empfohlene Stufenmodell anwenden.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 02/1998, Seite 3

Quelle: Ausgabe 02 / 1998 | Seite 3 | ID 108402