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Betriebsprüfungspraxis

Verzicht auf Honorarforderungen aus privaten Gründen

Im „Zahnärzte-Wirtschaftsdienst”werten wir in loser Folge Betriebsprüfungs-Berichte aus, die unsvon Zahnärzten zugesandt werden. Im folgenden Beitrag geht es umdie Frage, ob der Verzicht eines Zahnarztes auf Honorarforderungen ausprivaten Gründen steuerliche Konsequenzen hat. DieBetriebsprüferin will in Höhe des Honorarverzichts eineEinnahme versteuern.

Auszug aus dem Betriebsprüfungs-Bericht

Im September 1996 hat Herr Dr. ... für seinen Bruder eine Ober-
kiefer-Teilprothese hergestellt. Nach der Rechnung vom
5.10.1996 ergeben sich
 
Material- u. Laborkosten(Fremdlabor)               2.939,13 DM
Praxismaterialkosten                                +  60,50 DM
zahnärztlichesHonorar                           +  1.969,47 DM
Gesamtkostenlt. Heil- u.Kostenplan                4.969,10 DM
abzüglichKassenanteil                           -  2.911,36 DM
Eigenanteil                                         2.057,74 DM
Praxisrabatt                                     -  2.057,74 DM
 

Den Kassenanteil hat die KZV am 26.11.1996 überwiesen.
 
EinVerzicht aus privaten Gründen ist als Entnahme derHonorarforderung zu behandeln. Der Gewinn für 1996 erhöhtsich daher um 2.057,74 DM.

Stellungnahme

Die Ausführungen des Prüfers sindzutreffend. Grundsätzlich ist zwar auch im Steuerrecht niemandverpflichtet, Arbeitskraft oder Vermögen nutzbringend einzusetzen.Der bloße Verzicht auf die Möglichkeit der Einnahmeerzielunglöst grundsätzlich noch keine Einnahme aus. Sieht einZahnarzt aus beruflichen Gründen davon ab, eine Honorarforderungeinzuziehen, weil der Patient beispielsweise zahlungsunfähiggeworden ist oder erläßt einem Patienten eine Restforderung,weil er sich bei künftigen Behandlungen weitere Einnahmenverspricht, so liegen keine Einnahmen vor. Verzichtet der Zahnarztdagegen aus privaten Gründen auf die Bezahlung desPatientenanteils, so ist der Gewinn um den Wert des nicht eingezogenenBetrages zu erhöhen.

Praxishinweis

Hätte der Zahnarzt seinem Bruder vonvornherein keine Rechnung erteilt, wäre ihm die Versteuerung desForderungsverzichts erspart geblieben. Er hätte dann allerdingsseine anteiligen Kosten für den Zahnersatz seines Bruders nichtals Betriebsausgaben berücksichtigen dürfen. Das sind abernur 1.199,85 DM (40 Prozent Patientenanteil der M+L-Kosten von 2.999,63DM). Einen solchen Honorarverzicht kann der Prüfer über dasEDV-Ausbuchungsprotokoll feststellen. Dort sind alle Streichungen undKürzungen ausgewiesen.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 03/1999, Seite 5

Quelle: Ausgabe 03 / 1999 | Seite 5 | ID 108554