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Ausbildungskosten

So finanzieren Sie das Studium der Kinder und sparen Steuern dabei

Eltern müssen zur Finanzierung des Studiumsihres Kindes in der Regel erhebliche finanzielle Mittel aufbringen.Dies gilt insbesondere, wenn die Kinder in einer fremden Stadtstudieren. Leider können derartige Unterhaltsleistungen an dieKinder steuerlich nicht in voller Höhe berücksichtigt werden.Das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag und ein Ausbildungsfreibetrag(§ 33a Absatz 2 Einkommensteuergesetz) von maximal 4.200 DM deckennur einen Teil der tatsächlich anfallenden Ausbildungskosten ab.Eltern können aber mit Hilfe von Wohneigentum steuerlichgünstigere Ergebnisse erzielen. Welche Möglichkeiten es imeinzelnen gibt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

I. Vermietung einer Eigentumswohnung an das Kind

Studiert das Kind an einem auswärtigenStudienort, entscheiden sich die Eltern häufig für den Kaufeiner Eigentumswohnung. Im Gegensatz zur Anmietung einer Wohnung amStudienort (Miete ist steuerlich nicht absetzbar) kann die Vermietungder Eigentumswohnung an das studierende Kind steuerlichaußerordentlich lukrativ sein.

Zwar müssen die Eltern die Mietzahlungen alsEinnahmen aus Vermietung und Verpachtung versteuern. Dafürkönnen Sie aber sämtliche Aufwendungen, die im Rahmen desMietverhältnisses anfallen, als Werbungskosten von diesenEinnahmen abziehen. Dadurch entsteht in der Regel ein steuerlicherVerlust, der mit den übrigen positiven Einkünften der Elternverrechnet werden kann. Nach der neuen „Mindestbesteuerung“ist eine Verrechnung mit Einkünften aus aktiver Tätigkeit wiez.B. der zahnärztlichen Tätigkeit nur noch bis maximal100.000 DM (Verheiratete 200.000 DM) möglich.

Grundsätzliches zum Mietvertrag mit studierenden Kindern

Damit der Mietvertrag von Ihrem Finanzamt anerkannt wird, sollten Sie die nachfolgenden Grundsätze in jedem Fall beachten:

  1. Schließen Sie einen schriftlichen Mietvertrag.
  2. Der Mietvertrag muß bürgerlich-rechtlich wirksam vereinbart worden sein.
  3. Vergessen Sie nicht, die Nebenkosten eindeutig zu regeln.
  4. Falls überhaupt Änderungen am Mietvertrag vorgenommen werden, sollten diese ebenfalls schriftlich festgehalten werden.
  5. AchtenSie darauf, daß die Vereinbarungen eingehalten werden.Unregelmäßige Barzahlungen statt regelmäßigerÜberweisungen  oder die Nichtzahlung von vereinbartenNebenkosten können zum Beispiel zur Nichtanerkennung desMietvertrags führen.
  6. Die Miete darf maximal 50 Prozentunter der ortsüblichen Miete liegen. Ansonsten Miete häufigfür Diskussionsstoff mit dem Fiskus sorgt, gilt der Grundsatz:Schöpfen können Sie die Werbungskosten nur anteilig geltendmachen. Da die Höhe der ortsüblichen Sie die 50Prozent-Grenze vorsichtshalber nicht voll aus.
  7. Ihr Kindmuß die Miete aus eigenen Mitteln bezahlen können. ImIdealfall verdient Ihr Kind aufgrund einer Nebentätigkeit genugGeld, um den vereinbarten Mietzins zu entrichten. Hat das Kind keineoder nicht genug eigene Einkünfte, bietet sich eine Geldschenkungan. Das Finanzamt erkennt den Mietvertrag an, wenn Ihr Kind dasgeschenkte Geld im Rahmen eines Sparplans anlegt und aus dessenErträgen die Miete entrichtet.

Wichtig: In diesemFall wird bei Ihnen der Ausbildungsfreibetrag für auswärtigeUnterbringung wegfallen. Das Finanzamt rechnet sämtlicheEinkünfte und Bezüge Ihres Kindes über 3.600 DM aufdiesen Freibetrag an. Halten Sie die Zinseinnahmen Ihres Kindeseinschließlich etwaiger anderer Einkünfte unter 13.020 DM(1998: 12.360 DM), da ansonsten auch der Kinderfreibetrag bzw. dasKindergeld verloren geht.

Der Steuerspareffekt der Vermietung

Wenn Sie eine Wohnung an Ihr studierendes Kindvermieten, sparen Sie nicht nur die Kosten für die Anmietung einerWohnung am Studienort. Das nachfolgende Beispiel verdeutlicht,daß Sie mit der Vermietung auch eine Menge Steuern sparenkönnen.

Beispiel

Ihr volljähriges Kind beginnt ein Studiumin Bonn. Sie kaufen dort eine neue Eigentumswohnung und vermieten diesean das Kind für 400 DM im Monat einschließlich Nebenkosten.Die Miete für vergleichbare Wohnungen in Bonn beträgtmonatlich 700 DM. Die Anschaffungskosten für die Wohnung betrugen200.000 DM (ohne Anteil Grund und Boden). Ihnen sind noch folgendeAufwendungen entstanden: Schuldzinsen zur Finanzierung des Kaufpreises14.000 DM, Reparaturen 1.000 DM und sonstige Kosten von
2.000 DM (zum Beispiel Versicherung, Grundsteuern).

Da der Mietzins mehr als 50 Prozent derortsüblichen Miete beträgt, können sämtlicheAufwendungen als Werbungskosten abgezogen werden. Daneben kann fürdie neu hergestellte Wohnung eine Absetzung für Abnutzung (AfA) inHöhe von 5 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten (ohneAnteil Grund und Boden) angesetzt werden. Die AfA beträgt somit10.000 DM. Es ergibt sich folgendes Verhältnis der Einnahmen zuden Werbungskosten:

Der steuerliche Verlust beträgt insgesamt22.200 DM. Bei einem Steuersatz von 40 Prozent beträgt diesteuerliche Entlastung in diesem Fall  8.800 DM.

II. Unentgeltliche Überlassung der Eigentumswohnung

Wenn Sie Ihrem Kind die Eigentumswohnungunentgeltlich überlassen, können Sie für einen Zeitraumvon acht Jahren die Eigenheimzulage beantragen. Voraussetzung ist unteranderem, daß Sie die Einkommensgrenzen nicht überschreitenund bei Ihnen noch kein Objektverbrauch eingetreten ist. Die Zulagebeträgt jährlich 5 Prozent der Herstellungs- oderAnschaffungskosten der Wohnung, maximal 5.000 DM (Neuwohnungen) bzw.2.500 DM (Altwohnungen). Für das Kind, das in der unentgeltlichüberlassenen Wohnung einen eigenen Haushalt führt, bekommenSie nicht die Kinderzulage in Höhe von 1.500 DM.

Diese Voraussetzung muß die Wohnung erfüllen

Ein 13 qm großes Appartement in einemStudentenwohnheim ohne Küche oder Kochnische erfüllt nichtden Begriff einer Wohnung. Dagegen gilt ein abgeschlossenesAppartement, das sich in einem als Appartementhaus konzipiertenStudentenwohnheim befindet, als Wohnung, wenn es mindestens aus einemZimmer, Bad und WC sowie einem Flur mit einer Gesamtwohnfläche vonnicht unter 20 qm besteht und eine vollständig eingerichteteKüchenkombination enthält.

Vermietung oder Überlassung

Ob die unentgeltliche Überlassung oder dieVermietung der Eigentumswohnung an das Kind steuerlich günstigerist, hängt zum einen davon ab, ob die Eltern überhaupteigenheimzulagenberechtigt sind (kein Objektverbrauch, Einkommensgrenzebeachten). Sind diese Voraussetzung erfüllt, kommt es auf dieHöhe des Verlustes aus der Vermietung und den persönlichenSteuersatz der Eltern an. Je höher der Spitzensteuersatz derEltern, um so eher „rentiert“ sich der Abschluß einesMietverhältnisses. Dadurch, daß Schuldzinsen nur bei dervermieteten Immobilie als Werbungskosten abgezogen werden dürfen,gewinnt die Vermietungsvariante zusätzlich an Attraktivität,wenn Sie zur Finanzierung der Eigentumswohnung einen Kredit aufnehmen.

III. Schenkung an das studierende Kind

Falls Sie Ihrem Kind Geld für den Erwerbeiner Eigentumswohnung am Studienort schenken, kann das Kind auchselbst die Eigenheimzulage beantragen. Beachten Sie jedoch folgendeHinweise:

  • Bei Ihrem Kind tritt dadurch „Objektverbrauch“ ein. Eskann nicht mehr für ein weiteres Objekt die Eigenheimzulagebeantragen (allenfalls der zukünftige Ehegatte). Dies kann sichals nachteilig erweisen, wenn Ihr Kind später (zum Beispiel, weiles selbst Kinder hat) Anspruch auf eine höhere Eigenheimzulagehätte.
  • Schenken Sie Ihrem Kind nur Bargeld. Treffen Sie keineSchenkungsabrede, daß der Betrag zum Kauf einer bestimmtenWohnung verwendet werden muß. Im Moment ist nicht gesichert, obIhr Kind bei diesem – der mittelbaren Grundstücksschenkungnachgestellten – Modell überhaupt Anspruch auf dieEigenheimzulage hat.
  • Wenn in Ihrem eigenen Haushalt noch weitere zulagenberechtigteKinder wohnen, würden Sie bei dieser Gestaltung einige tausendMark an Kinderzulage „verschenken“. Hier wäre esbesser, wenn Sie die Immobilie kaufen und Ihrem studierenden Kindunentgeltlich zur Nutzung überlassen.

IV. Nießbrauch zur Ausbildungsfinanzierung

Eltern, die sich gegen den Erwerb einerEigentumswohnung am Studienort entscheiden, können unterUmständen trotzdem mit Hilfe einer Immobilie Steuern sparen. Diesfunktioniert, wenn Sie bereits Eigentümer einer vermietetenImmobilie sind und daraus positive Einkünfte erzielen. Beirichtiger Gestaltung können Sie die steuerpflichtigenEinkünfte auf Ihr studierendes Kind verlagern.

Beispiel

Sie erzielen durch die Vermietung einesEinfamilienhauses (nach Abzug der Gebäude-AfA von 2.000 DM)Einkünfte in Höhe von 10.000 DM pro Jahr. Ihrevolljährige Tochter hat am 31. August 1998 ein Studium begonnen.Sie räumen Ihrer Tochter mit schriftlichem Vertrag einunentgeltliches Nutzungsrecht an dem Einfamilienhaus für die Zeitvom 1. Dezember 1998 bis zum 30. November 2001 ein. Das Nutzungsrechtverlängert sich um ein Jahr, wenn es nicht mit einer Frist vonsechs Monaten zum 30. November gekündigt wird. Die Tochtererhält die Mieteinnahmen aus dem Haus und muß dafürsämtliche Kosten tragen.

Die Grundzüge der Gestaltung

Aufgrund des Nießbrauchvertrags sind dieEinkünfte aus Vermietung und Verpachtung nicht mehr von Ihnen,sondern von Ihrer Tochter zu versteuern. Die Einkünfte ausVermietung und Verpachtung betragen 12.000 DM, weil bei der Bestellungeines unentgeltlichen Nutzungsrechts die Gebäude-AfA nicht alsWerbungskosten abgezogen werden kann. Da Ihre Tochter keine weiterenEinkünfte erzielt, beträgt deren Einkommensteuer 0 DM. Weildie Tochter aber – zu hohe – Einkünfte aus Vermietungerzielt, fällt bei Ihnen der Ausbildungsfreibetrag von 4.200 DMweg. Im Ergebnis haben Sie dennoch 5.800 DM weniger zu versteuern, alswenn Sie die 10.000 DM jährlich an die Tochter gezahlthätten. Bei einem Steuersatz von 40 Prozent bringt das immerhineine Steuerersparnis von über 2.300 DM pro Jahr.

Aufpassen müssen Sie allerdings, daßdie Einkünfte Ihrer Tochter im gesamten Jahr unter 12.360 DMbleiben. Ansonsten verlieren Sie den Anspruch auf Kindergeld bzw.Kinderfreibetrag für Ihre Tochter. Bewegen sich die Einkünfteim Rahmen der Grenze von knapp über 12.000 DM, so sollte Ihr Kinddie Vermietungs-Einkünfte gegebenenfalls durch zusätzlicheWerbungskosten (zum Beispiel durch Reparaturaufwendungen oderGartenbepflanzung) mindern.

Das Nutzungsrecht an einer Immobilie solltenatürlich nur zur Ausbildungsfinanzierung eingeräumt werden,wenn mit der Immobilie auf die Dauer der Studienzeit positiveEinkünfte erzielt werden. Fällt zum Beispiel in einem Jahraufgrund erheblicher Reparaturaufwendungen ein Verlust an, so wird sichdieser Verlust bei dem Kind ebenfalls steuerlich nicht oder geringerals bei Ihnen auswirken.

Die Vereinbarung eines Nießbrauchs zwischenEltern und ihren studierenden Kindern wird steuerlich nur anerkannt,wenn das Nutzungsverhältnis bürgerlich-rechtlich wirksambegründet und der Vertrag wie verabredet tatsächlichdurchgeführt wird.

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 02/1999, Seite 6

Quelle: Ausgabe 02 / 1999 | Seite 6 | ID 108543