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Arztrecht

Klären Sie stets über Behandlungsalternativen auf

Der Zahnarzt muß seinen Patienten übermedizinisch gleichermaßen indizierte Behandlungsalternativeneiner prothetischen Versorgung aufklären. Kann der Patientplausibel darlegen, daß er seine Zustimmung zurdurchgeführten Behandlung bei ordnungsgemäßerAufklärung nicht erteilt hätte, braucht er dieZahnarztbehandlung (hier ca. 22.000 DM) nicht zu bezahlen. Dies hat dasOberlandesgericht Köln in folgendem Fall entschieden: Der Zahnarztnahm beim Patienten eine zahnprothetische Oberkieferversorgung mittelseiner Gaumenplatte vor. Als wissenschaftlich anerkannte Methodewäre laut Sachverständigengutachten auch eine teleskopierendebügelfreie „Sattelprothese“ medizinisch indiziertgewesen. Über die „Sattelprothese“ hatte der Zahnarztseinen Patienten nicht aufgeklärt, weil er dieseBehandlungsmethode für die schlechtere und weniger sichere Art derVersorgung ansah. Dies wurde ihm jetzt zum Verhängnis. NachAnsicht des Gerichtes ist die Aufklärungspflicht weitgefaßt. Die Haftung des Zahnarztes kann schon wegen fehlenderAufklärung über eine denkbare Behandlungsalternativeeintreten.

Praxishinweis:Klären Sie Ihre Patienten über alle denkbarenBehandlungsalternativen auf, auch wenn sie umstritten sind oder vonIhnen selbst nicht favorisiert werden. Dokumentieren Sieanschließend, daß der Patient in Kenntnis der aufgezeigtenAlternativen der von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmeausdrücklich zugestimmt hat.

(OLG Köln, Urteil vom 30.9.1998, Az: 5 U 122/97) (Abruf-Nr. 99317)

Quelle: Zahnärzte-Wirtschaftsdienst - Ausgabe 04/1999, Seite 3

Quelle: Ausgabe 04 / 1999 | Seite 3 | ID 108560