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01.12.2003 | Was Sie 2003 noch veranlassen müssen

Eigenheimförderung jetzt noch sichern!

Das Schicksal der Eigenheimförderung ist offen. Erst im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat wird sich entscheiden, ob die Eigenheimzulage ab 2004 komplett gestrichen wird. Das ist aber nicht die einzige Unsicherheit, mit der potenzielle Häuslebauer und Erwerber zu kämpfen haben. Vielen scheint nicht klar zu sein, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um sich die bisherige Eigenheimzulage zu sichern.

Lesen Sie daher nachfolgend, was Sie noch 2003 veranlassen müssen, damit Sie im Fall der Abschaffung noch Anspruch auf die Eigenheimförderung haben.

Herstellungs- und Anschaffungsfälle unterscheiden

Die bisherige Eigenheimförderung sichern Sie sich, wenn Sie vor dem 1. Januar 2004 mit der Herstellung beginnen oder einen notariellen Kaufvertrag abschließen. Anspruch auf Eigenheimzulage haben Sie in Herstellungsfällen ab dem Jahr, in dem Sie in Ihr Haus einziehen. In Anschaffungsfällen, ab dem Jahr, in dem Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahr des Objekts auf Sie übergehen.

Als Beginn der Herstellung gilt:

  • bei Objekten mit Baugenehmigung, der Zeitpunkt in dem Sie den Bauantrag stellen,
  • bei baugenehmigungsfreien Objekten der Zeitpunkt, in dem Sie die Bauunterlagen einreichen und
  • bei allen anderen Baumaßnahmen der Beginn der Bauarbeiten.

    Unser Tipp: Mit dem Baubeginn können Sie warten. Je nach Gemeinde bleibt der genehmigte Bauantrag zwei bis fünf Jahre gültig - und somit auch der Anspruch auf die Eigenheimförderung. Erkundigen Sie sich also, wie lange Ihre Baugenehmigung gültig ist und inwieweit Änderungen am ursprünglichen Bauantrag möglich sind, ohne dass Sie einen neuen Antrag stellen müssen.

    Wollen Sie Ihre eigenen vier Wände kaufen, müssen Sie noch 2003 einen notariellen Kaufvertrag abschließen. Der Übergang von Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahren und der Einzug sind nicht erforderlich. Folgende drei Zeitpunkte sind für Sie somit von Interesse:

    1.Notarieller Kaufvertrag: Mit Abschluss eines notariellen Kaufvertrags in 2003 stellen Sie sicher, dass das bisherige Eigenheimzulagengesetz (EigZulG) in Ihrem Fall noch angewandt wird.
    2.Übergang Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahr: Mit Übergang von Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahr beginnt der achtjährige Förderzeitraum. Ab diesem Zeitpunkt haben Sie Anspruch auf die Eigenheimförderung (Grundbetrag und ggf. Kinderzulage).
    3.Erfüllung aller Voraussetzungen: Die Eigenheimförderung erhalten Sie erst, wenn Sie alle Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen die Einkunftsgrenzen (§ 5 EigZulG) einhalten. Außerdem müssen Sie das Objekt selbst nutzen. Sie können entweder selbst darin wohnen oder es einem Angehörigen unentgeltlich überlassen.

    Unser Tipp: Erfüllen Sie 2003 die Voraussetzungen nicht (zum Beispiel weil Sie die Einkommensgrenzen überschreiten), verschenken Sie kein Jahr Förderung, wenn Sie den Übergang von Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahren in das Jahr 2004 verschieben.

     Beispiel 

    Ehepaar Müller schließt am 19. Dezember 2003 einen notariellen Kaufvertrag. Da die Summe ihrer Einkünfte 2002/2003 über dem Grenzbetrag liegt, würden die Müllers für 2003 keine Eigenheimförderung erhalten. Das Ehepaar Müller erwartet 2004 Nachwuchs. Das hat zur Folge, dass die Summe ihrer Einkünfte 2003/2004 unter dem Grenzbetrag liegen wird (zusätzlicher Grenzbetrag für das Kind = 30.678 Euro). Die Müllers vereinbaren daher den Übergang von Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahr für Anfang 2004. Damit beginnt der achtjährige Förderzeitraum erst 2004. Ziehen die Müllers 2004 ein, erhalten sie acht Jahre lang den Grundbetrag zuzüglich Kinderzulage.

    Wichtig: Der Übergang von Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahr ist aber entscheidend, wenn es darum geht, ob Sie einen Alt- oder einen Neubau erwerben (§ 9 Absatz 2 EigZulG).

     Beispiel 

    Das Ehepaar Müller erwirbt 2003 mit notariellen Kaufvertrag ein Haus, dass bereits 2001 fertiggestellt wurde. Nur wenn sie noch 2003 den Übergang von Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahr vereinbaren, erwerben die Müllers einen Neubau im Sinne des EigZulG und sichern sich die Eigenheimzulage für einen Neubau. Das ist für sie vorteilhaft, selbst wenn sie für 2003 wegen Überschreitens der Einkommensgrenzen keine Förderung erhalten. Das belegen die folgenden Zahlen:

     AltbauNeubau
     2003200420032004
    Übergang Besitz, Nutzen, Lasten und Gefahr XX 
    Erfüllen aller Voraussetzungen X X
    Höhe der Eigenheimförderung8 Jahre x (1.278 Euro Grundbetrag + 767 Euro Kinderzulage)
    = 16.360 Euro
    7 Jahre x (2.556 Euro Grundbetrag + 767 Euro Kinderzulage)
    = 23.261 Euro

    Durch den Erwerb eines "Neubaus" bekommen die Müllers 6.901 Euro mehr, obwohl sie nur sieben Jahre die Förderung erhalten.

    Entwicklung verfolgen

    Das Haushaltsbegleitgesetz 2004, das die Abschaffung der Eigenheimzulage vorsieht, liegt derzeit im Vermittlungsausschuss. Die Opposition ist gegen die Abschaffung. Einen Vorschlag des Vermittlungsausschusses könnte der Bundesrat in seiner letzten Sitzung am 19. Dezember 2003 beraten und verabschieden. Wir werden Sie im Internet (www.iww.de; "Aktuelle Berichterstattung") über die Entwicklung informieren.

    Quelle: Ausgabe 12 / 2003 | Seite 17 | ID 96023