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01.12.2005 | Steuertermine 2006

Schonfrist nutzen und bares Geld sparen

Clevere Steuerzahler begleichen ihre Steuern nicht, wenn sie eigentlich fällig sind (Steuertermin), sondern nutzen die gesetzlich gewährte dreitägige Zahlungs-Schonfrist. Fallen die Termine auf einen Samstag, Sonn- oder Feiertag, darf die Zahlung sogar am nächsten Werktag erfolgen.

Damit Sie Ihre Zahlungstermine im Griff haben, haben wir für Sie die wichtigsten Termine in einem Steuerkalender zusammengefasst.

Unser Service:Den Steuerkalender 2006 finden Sie auch im Online-Service unter der Rubrik "Arbeitshilfen".

Abgabe der (Vor-) Anmeldungen

Die monatlichen Lohn- und Umsatzsteuervoranmeldungen müssen Sie jeweils bis zum 10. des Folgemonats beim Finanzamt abgeben. Wurde Ihnen eine Dauerfristverlängerung gewährt, verschiebt sich der Termin um einen Monat. Reichen Sie die Anmeldungen vierteljährlich ein, gilt als Abgabetermin der 10. des Folgemonats nach Ablauf des Vierteljahrs.

Beispiel

Unternehmer Meier gibt seine Umsatzsteuer-Voranmeldungen monatlich ab. Für Januar 2006 muss er die Anmeldung spätes-tens bis zum 10. Februar 2006 abgeben. Wurde ihm Dauerfristverlängerung gewährt, muss er sie erst am 10. März 2006 abgeben.

Beachten Sie: Halten Sie die Abgabetermine unbedingt ein. Sonst droht Ihnen ein Verspätungszuschlag (§ 152 Abgabenordnung [AO]). Dieser kann bis zu zehn Prozent der festzusetzenden Steuer betragen.

Verpflichtung zur elektronischen Abgabe

Die (Vor-)Anmeldungen für die Umsatz- und Lohnsteuer müssen Sie grundsätzlich elektronisch an Ihr Finanzamt übermitteln (§ 41a Absatz 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz, § 18 Absatz 1 Umsatzsteuergesetz). Nur in Härtefällen ist noch eine Abgabe in Papierform möglich.

Beachten Sie: Die Verpflichtung zur elektronischen Abgabe ist umstritten. Ungeklärt ist, ob die "ungenehmigte" Abgabe in Papierform überhaupt sanktioniert werden kann, denn auch die Papierform ist eine rechtsgültige Anmeldung im Sinne von § 150 Absatz 1 Satz 1 AO. Zuletzt hat sich die Oberfinanzdirektion Chemnitz in einer bundesweit abgestimmten Verfügung zur weiteren Vorgehensweise geäußert (Verfügung vom 4.7.2005, Az: O 2000 - 56/13 - St 11; Abruf-Nr. 052082). Sehen Sie dazu unseren Beitrag in der September-Ausgabe 2005, Seite 17.

Dreitägige Zahlungs-Schonfrist

Für Überweisungen gilt eine dreitägige Zahlungs-Schonfrist (§ 240 Absatz 3 AO). Das Geld muss spätestens am letzten Tag der Schonfrist dem Konto des Finanzamts gutgeschrieben werden. Zahlen Sie mit Scheck, muss dieser bereits zum Steuertermin beim Finanzamt vorliegen. Den Scheck können Sie an dem Tag noch bis 24:00 Uhr einwerfen. Schicken Sie den Scheck mit der Post, muss er spätestens an diesem Tag beim Finanzamt eintreffen.

Beispiel

Der 10. Mai 2006 ist der Abgabetermin für die Lohnsteuer-Anmeldung April. An diesem Tag müssen Sie Ihre Lohnsteuer-Anmeldung beim Finanzamt abgeben. Zahlen Sie per Scheck, muss der Scheck dem Finanzamt am 10. Mai 2006 vorliegen. Überweisen Sie die Lohnsteuer, müsste das Geld am 13. Mai 2006 auf dem Konto des Finanzamts sein. Weil der 13. Mai 2006 aber ein Samstag ist, reicht es, wenn das Geld am 15. Mai 2006 auf dem Finanzamtskonto ist.

Säumniszuschlag bei verspäteter Zahlung

Zahlen Sie Ihre Steuern nach Ablauf der Zahlungs-Schonfrist, verlangt der Fiskus für jeden angefangenen Monat der Verspätung ein Prozent Säumniszuschlag des auf 50 Euro abgerundeten Steuerbetrags.

Unser Tipp:Stellen Sie einen Stundungsantrag, wenn Sie die Steuer einmal nicht pünktlich entrichten können. Wird Ihrem Antrag entsprochen, müssen Sie nur Stundungszinsen zahlen. Diese betragen 0,5 Prozent des auf 50 Euro abgerundeten Steuerbetrags für jeden vollen Monat.

Beispiel

Knut Rau kann seine Einkommensteuer-Vorauszahlung für das 1. Quartal 2006 in Höhe von 5.220 Euro (fällig: 10. März 2006) erst am 18. April 2006 bezahlen. Der Säumniszuschlag beträgt 104 Euro (5.200 Euro x 1 Prozent x 2 angefangene Monate). Hätte Herr Rau einen Stundungsantrag gestellt und das Finanzamt dem Antrag entsprochen, wären nur 26 Euro Stundungszinsen angefallen (5.200 Euro x 0,5 Prozent x 1 voller Monat).

Beachten Sie: Lohnsteuer wird nicht gestundet, weil der Arbeitnehmer sie schuldet und sie vom Arbeitgeber nur treuhänderisch verwaltet wird. Auch die Umsatzsteuer wird in der Regel nicht gestundet, weil es sich um einen durchlaufenden Posten handelt.

Unser Tipp: Sie können dem Finanzamt auch eine Einzugsermächtigung erteilen. Vorteil: Die Steuer gilt immer als rechtzeitig gezahlt. In der Regel bucht das Finanzamt das Geld ebenfalls erst mit Ablauf der Zahlungs-Schonfrist ab.

Steuertermine 2006
Quelle: Ausgabe 12 / 2005 | Seite 9 | ID 96434