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01.12.2003 | Das sollten Sie wissen!

Neue Angaben auf Rechnungen ab 2004

Der Bundesrat hat zwar das "Steueränderungsgesetz 2003" gestoppt. Die darin enthaltenen Vorschriften zur Rechnungsstellung werden aber zwangsläufig Gesetz. Denn Deutschland muss die Vorgaben aus Brüssel (Richtlinie 2001/115/EG vom 20.12.2001) zum 1. Januar 2004 in nationales Recht umsetzen.

Wichtig: Es können sich im Vermittlungsausschuss noch Änderungen ergeben. Im Gespräch ist zum Beispiel eine Übergangsfrist bis zum 30. Juni 2004 für die Pflichtangaben, die im Umsatzsteuergesetz bislang nicht vorgesehen waren.

Unser Service:Eine ständig aktualisierte Liste mit den Pflichtangaben steht im Online-Service unter der Rubrik "Checklisten" zum Download bereit.

Generelle Pflicht zur Ausstellung einer Rechnung

Bisher mussten Sie nur auf Verlangen des Kunden eine Rechnung ausstellen. Ab 1. Januar 2004 müssen Sie generell jedem Unternehmer-Kunden eine Rechnung ausstellen. Gegenüber Endverbrauchern sind Sie dazu weiterhin nicht verpflichtet.

Neue Pflichtangaben

Auf der Rechnung müssen wie bisher angegeben werden:

  • Der vollständige Name und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
  • Das Ausstellungsdatum
  • Die Menge und Art (handelsübliche Bezeichnung) der gelieferten Gegenstände oder der Umfang und die Art der sonstigen Leistung

    Darüber hinaus müssen Rechnungen ab dem 1. Januar 2004 folgende weiteren Pflichtangaben enthalten:

  • Die Steuernummer, die Ihnen das Finanzamt erteilt hat. Alternativ soll die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ausreichen.

    Beachten Sie: Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen ist weiterhin die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Leistenden und des Leistungsempfängers Pflicht.

  • Eine fortlaufende Rechnungsnummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die Sie als Rechnungsaussteller zur Identifizierung der Rechnung einmalig vergeben. Die Kennzeichnung von Rechnungen mit Debitoren-Nummern, die zum Beispiel nach alphabetischer Reihenfolge vergeben werden, ist nicht ausreichend.
  • Den Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung, sofern dieser Zeitpunkt feststeht und nicht mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung identisch ist.
  • Das nach Steuersätzen und den einzelnen Steuerbefreiungs-Regelungen aufgeschlüsselte Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung.
  • Den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag.
  • Bei einem differenzbesteuerten Verkauf einen Hinweis auf die Anwendung von § 25a UStG. Die Umsatzsteuer darf in diesem Fall weiterhin nicht gesondert ausgewiesen werden.

    Wie eine Rechnung auszusehen hat, zeigt das folgende Beispiel:

     Beispiel 

    RechnungFirma Meier
    Meierstr. 2
    11111 HausenSteuernummer XXXXXXXX
    Herrn
    Max Müller
    Müllerstr. 1
    11111 Hausen
    Rechnungsdatum: 15.12.2003
    Lieferdatum: 4.1.2004
    Rechnungsnummer: 1234

    Wir haben an Sie geliefert
    Ware A (Umsatzsteuer 16 %)8.000 Euro 
    Ware B (Umsatzsteuer 7 %)300 Euro 
    Umsatzsteuer 1.301 Euro
    Davon Umsatzsteuer 16 % 1.280 Euro
    Davon Umsatzsteuer 7 % 21 Euro
    Gesamt 9.601 Euro
    Auswirkungen auf den Vorsteuerabzug

    Künftig sollen Sie zum Vorsteuerabzug nur berechtigt sein, wenn Sie eine Rechnung vorlegen können, die die Anforderungen der §§ 14, 14a UStG erfüllt, also vollständige und richtige Angaben enthält. Das heißt: Der Verlust des Vorsteuerabzugs droht, wenn ein Lieferant zum Beispiel seine Steuernummer bzw. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer auf der Rechnung nicht angegeben oder keine fortlaufende Rechnungsnummer vergeben hat.

    Unser Tipp: Kontrollieren Sie eingehende Rechnungen, ob sie alle Pflichtangaben enthalten. Fordern Sie auf jeden Fall eine berichtigte Rechnung an, wenn Angaben fehlen.

    Kleinbetragsrechnungen

    Nach der geplanten Neuregelung soll es weiterhin "Kleinbetragsrechnungen" geben (Gesamtbetrag bis 100 Euro, § 33 Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung). Diese müssen künftig aber zusätzlich zu den bisherigen Angaben (Name und Anschrift des leistenden Unternehmers, Menge und handelsübliche Bezeichnung des Gegenstands bzw. der Leistung, Entgelt und Steuerbetrag in einer Summe, Steuersatz) folgende Angaben enthalten:

  • Steuernummer des leistenden Unternehmers (strittig!)
  • Ausstellungsdatum
  • Im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf
    Quelle: Ausgabe 12 / 2003 | Seite 15 | ID 96022