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Wirtschaftliche Kanzleiführung

Zufriedene Mitarbeiter sind produktiver

Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter stellen einen Aktivposten in der Anwaltskanzlei dar. In „BRAGO professionell“ Nr. 3/97 haben wir Sie darüber informiert, wie Sie durch die Zahlung von Prämien Mitarbeiter für besondere Leistungen belohnen können. Die Leistungsbereitschaft und Motivation ist aber nicht einzig und allein eine Frage des Geldes. Für die Produktivität und Zufriedenheit der Kanzleimitarbeiter sind Spaß an der Arbeit, die Anerkennung der erbrachten Leistung durch den Vorgesetzten und ein gutes Betriebsklima ebenso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger. Nachfolgend finden Sie einige Tips dazu, was Sie tun können, wenn Sie bei Ihren Mitarbeitern ein Nachlassen der Motivation feststellen.

Berufliche Herausforderung erhöht die Arbeitsfreude

Die Mitarbeiter einer Kanzlei wachsen und entwickeln sich mit jeder erfolgreich bewältigten Aufgabe. Durch neue und anspruchsvolle Tätigkeiten werden sie gefordert und lernen ihr eigenes Aktions-potential kennen. Die Fähigkeit zur Problemlösung nimmt zu. Jede erfolgreiche Aufgabe steigert das Selbstbewußtsein und erhöht das körperliche und seelische Wohlbefinden bei der Arbeit.

Umgekehrt können einfache und monotone Tätigkeiten mit einem niedrigen Anforderungsniveau leistungsbereite Mitarbeiter unterfordern. Mögliche Folgen sind Unzufriedenheit, Ansteigen der Fehlerquote, Absinken der Leistung durch nachlassende Konzentration und Abnahme des Selbstbewußtseins. Sogar körperliches Unwohlsein mit hohen Fehlzeiten und innere Kündigungen können ihren Grund hierin haben.

Tip: Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob die von Ihren Mitarbeitern ausgeübten Tätigkeiten noch deren aktuellem Leistungsvermögen entsprechen. Falls Sie eine Unterforderung eines Mitarbeiters feststellen, sollten Sie überlegen, welche neuen und anspruchsvolleren Tätigkeiten Sie ihm übertragen können.

Anerkennung fördert die Selbständigkeit

Der Mensch neigt dazu, sich in seinem Verhalten an die Erwartungen seiner Umwelt anzupassen. Es ist eine bekannte - dennoch oft nicht beachtete - Tatsache, daß auch die Leistungsentwicklung der Kanzleimitarbeiter in hohem Maße von der Erwartungshaltung des Anwalts bestimmt wird: Eine geringe Leistungserwartung bringt nicht selten schlechte und mangelhafte Leistung hervor; umgekehrt erhöht eine hohe Leistungserwartung die Qualität der Arbeitsleistung und fördert die Selbständigkeit.

Tip: Vermeiden Sie alles, was Ihre Mitarbeiter als Mißtrauen in ihre Leistungsfähigkeit ansehen könnten - beispielsweise fortwährende Eingriffe in ihren Kompetenzbereich, Übertragung wenig herausfordernder Aufgaben, übertriebene Kontrolle, Unaufmerksamkeit, Behandlung von oben herab, Kritik vor anderen und Herausstellen von Fehlern.

Signalisieren Sie Ihren Mitarbeitern stattdessen einen Vertrauensvorschuß, zum Beispiel indem Sie sich positiv und aufmunternd über die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters äußern, gute Arbeit mit Lob und Anerkennung honorieren, Kritik zurückhaltend üben und dies nach Möglichkeit auch nur unter vier Augen tun.

Gutes Betriebsklima regt die Leistungsbereitschaft an

Ein angespanntes Verhältnis zwischen den Mitarbeitern einer Kanzlei, unkooperatives Handeln und die Bildung von Gruppen sind Ausdruck eines schlechten Betriebsklimas. Dies kann die Freude an der Arbeit - und damit die Leistungsbereitschaft - nachhaltig beeinträchtigen. Ursachen sind zumeist unbewältigte Konflikte zwischen Mitarbeitern oder im Verhältnis zum Anwalt. Gelegentlich kann der Grund auch in einer übertriebenen Arbeitsteilung liegen, so daß der Mitarbeiter den Sinn seiner Tätigkeit nicht mehr erfaßt.

Im Ergebnis führt ein schlechtes Betriebsklima auch häufig zu einer Abnahme der Identifikation mit der Kanzlei. Doch in der Praxis wird der Stellenwert eines guten Betriebsklimas für die Motivation der Mitarbeiter häufig noch unterschätzt.

Tip: Wenn Sie feststellen, daß in Ihrer Kanzlei „dicke Luft“ herrscht, sollten Sie möglichst umgehend die Ursachen hierfür erforschen. Dazu ist es in der Regel erforderlich, die gestörte Kommunikation zwischen den betreffenden Kanzleimitgliedern wieder neu zu beleben. Geeignete Mittel hierzu sind sowohl Einzelgespräche als auch gemeinschaftliche Gespräche mit den Betroffenen.

Quelle: RVG professionell - Ausgabe 04/1997, Seite 2

Quelle: Ausgabe 04 / 1997 | Seite 2 | ID 106045