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  • · Fachbeitrag · Praxisangebot

    „Gimme Some Slack!“ – So nutzen Sie die Slackline in der Physiopraxis

    von Physiotherapeut/Sportwissenschaftler Thomas Colshorn M. A., Bremen

    Jeder hat sie schon einmal gesehen: Leute, die in Parks oder auf Spielplätzen auf einer Art Spanngurt balancieren und sich an dem ein oder anderen Kunststück versuchen. Die Slackline liegt seit einigen Jahren als neues Sportgerät im Trend. Was zunächst wie reiner Zeitvertreib aussieht, lässt sich hervorragend in der Physiotherapie einsetzen.

    Slacklining: Training von Körperspannung und Gleichgewicht

    Die Slackline ist ein elastisches, wenige Zentimeter breites Band aus Polyester oder Nylon, das zwischen zwei Fixpunkten – meist Bäumen oder stabilen Pfosten – gespannt wird. Anders als beim klassischen Seiltanz ist die Slackline jedoch dynamisch: Das Band gibt nach, schwingt und reagiert auch auf kleinste Gewichtsverlagerungen. Genau diese Instabilität macht den Reiz des Trainings aus und weist auch den Weg zu den Ursprüngen dieser Trainingsform. Diese liegen in der US-amerikanischen Kletterszene, in der sich in den 1980er-Jahren die Slackline – damals einfach aus Klettergurten konstruiert – als probates Mittel erwies, um zusätzlich Gleichgewicht und Körperspannung zu trainieren. Von dort aus entwickelte sich Slacklining rasch zu einer eigenständigen Bewegungsform und verbreitete sich ab den 2000er-Jahren auch in Europa.

     

    Parallel dazu entdeckten Sportwissenschaft und Physiotherapie das therapeutische Potenzial der Slackline: Ein instabiler Untergrund fordert Propriozeption, neuromuskuläre Kontrolle und Rumpfstabilität und damit Faktoren, die in Prävention und Rehabilitation von entscheidender Bedeutung sind. Zu Beginn stehen dabei meist statische Übungen wie das Aufsteigen, kurze Standphasen oder Gewichtsverlagerungen im Vordergrund. Mit zunehmender Sicherheit können Schrittstellungen oder Kopfbewegungen integriert werden, je nach Leistungsstand des Patienten außerdem Aufgaben wie Ballwürfe oder kognitive Dual-Tasks (z. B: Rechenaufgaben).