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  • ·Fachbeitrag ·Kundenführung

    Nudging in der Prävention als Möglichkeit zur Schaffung eines Gesundheitsbewusstseins

    von Christian Kunert, Dipl.-Sportwissenschaftler, Geschäftsführer KunertGesundheit, Dortmund, kunertgesundheit.de

    | Viele Menschen schieben auch heute noch die Verantwortung für die eigene Gesundheit auf den Arzt oder den Therapeuten ab. Ursachen sind vor allem Verdrängung und Bequemlichkeit. Genau hier setzt das Nudging an. Nudging (engl. to nudge = anschubsen, verleiten) beschreibt gesundheitsfördernde Interventionen, die das menschliche Verhalten durch Veränderung von Umweltfaktoren in eine positive Richtung schubsen. Dies geschieht auf Basis individueller Entscheidungsfreiheit, ganz ohne Gebote oder Apelle. Auch als Physiotherapeut können Sie sich das Nudging erfolgreich zunutze machen. |

    Das Dilemma der Prävention

    Zurzeit steckt die Prävention in einem Dilemma. So gaben die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2019 zwar insgesamt 631 Mio. Euro für Präventionsmaßnahmen aus, doch gerade im individuellen Ansatz ‒ also dort, wo es auf Eigeninitiative und Selbstverantwortung ankommt ‒ wurden im gleichen Zeitraum nur 1,8 Mio. Menschen erreicht, was einer Quote von weniger als 5 Prozent aller Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entspricht. Und dabei stagniert dieser Wert seit Jahren auf niedrigem Niveau.

     

    Wer Kunden oder Patienten fragt, warum sie keine Präventionsangebote in Anspruch genommen haben, bekommt häufig zu hören „die Krankenkasse bezahlt mir nichts“ oder „mein Arzt verschreibt mir nichts“. Eigeninitiative sowie Selbstverantwortung sehen vor diesem Hintergrund leider anders aus und so ist eine Zunahme der zivilisationsbedingten Volkskrankheiten in den Bereichen des Muskel-Skelett-Systems, des Stoffwechsels oder des Herz-Kreislauf-Systems nicht verwunderlich.