logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Fortbildung

Betriebliches Gesundheitsmanagement als ErgoPhysConsult

von Physiotherapeut/Sportwissenschaftler M. A., Thomas Colshorn, Bremen

| Einen Großteil ihrer Zeit verbringen Menschen heutzutage am Arbeitsplatz. Entsprechend wichtig ist es, den Arbeitsplatz gesundheitlich optimal zu gestalten. Ergonomieberatung ist ein wichtiges Instrument, um berufsbedingten Beschwerden vorzubeugen. Der Deutsche Verband für Physiotherapie e.V. (ZVK) und die Physio-Akademie gGmbH bieten dafür die berufsbegleitende Weiterbildung zum ErgoPhysConsult© (EPC) an. Sie bereitet Physioherapeuten auf den Einsatz in Betrieben und Unternehmen vor. |

Was ist ein ErgoPhysConsult?

Ein ErgoPhysConsult (EPC) hat die Aufgabe, Arbeitsplätze in Unternehmen ergonomisch zu optimieren, damit die Gesundheit von Arbeitnehmern zu verbessern sowie ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zu entwickeln und betreuen. Dabei stehen vor allem Kommunikation und Coaching im Vordergrund, aber auch Arbeitsplatzanalyse und Präventionstraining oder Vorträge und Workshops zu ausgewählten Themen.

 

Die Herausforderung an den EPC ist dabei, sich auf die jeweils vorherrschenden Bedingungen einzustellen und seine Maßnahmen so zu konzipieren, dass trotz physiotherapeutischer Intervention ein reibungsloser Ablauf aller Arbeitsprozesse gewährleistet bleibt. Das heißt, er muss alle Maßnahmen so planen, dass sie optimal auf die Bedürfnisse seiner Klientel ausgerichtet sind und sich problemlos in den firmeninternen Arbeitsablauf implementieren lassen.

Diese Vorteile bietet die Weiterbildung zum EPC

Wer sich als EPC im BGM engagiert, profitiert von mehreren strategischen bzw. fachlichen Vorteilen.

 

  • Marktwachstum: Das neue Präventionsgesetz und ein Umdenken der Arbeitgeber führen zu einer erhöhten Nachfrage nach BGM. Gerade bei Erkrankungen des Bewegungsapparats, die immerhin fast ein Viertel aller Fehltage verursachen, sind Physiotherapeuten als EPC besonders gefragt.
  •  
  • Horizonterweiterung: Auf fachlicher Ebene bietet die Arbeit als EPC für Physiotherapeuten den Reiz, außerhalb einer Praxis oder Klinik tätig zu werden und mehr eigene Vorstellungen einzubringen, Projekte für einen ganzen Betrieb zu planen und umzusetzen.
  •  
  • Eigenmarketing: Die Zusammenarbeit mit einer Firma erhöht Ihren Bekanntheitsgrad und erweitert Ihren potenziellen Kundenkreis. Der höhere Aufwand für Organisation und Konzeption wird durch eine freiere Arbeits- und Preisgestaltung (z. B. durch das Fehlen von Budgets) kompensiert.

 

  • Spezialistennetzwerk: Wer die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, kann darüber hinaus Mitglied in einem deutschlandweiten Netzwerk erfahrener EPCs werden. Das Netzwerk dient dazu, Wissen auszutauschen, Aufträge gemeinsam zu planen und auch auszuführen. Das Netzwerk finden Sie unter www.epc-netzwerk.de.

Inhalt, Aufbau und Kosten der Fortbildung

Die Weiterbildung zum ErgoPhysConsult dauert inklusive Abschlussprüfung etwa zweieinhalb Jahre. Sie besteht zunächst aus acht Fortbildungsmodulen von jeweils drei Tagen Dauer mit insgesamt 186 Unterrichtseinheiten. Hinzu kommen eine eintägige Zwischenprüfung sowie ein ein bis sechs Monate dauerndes Abschlussprojekt. Im Einzelnen werden folgende Inhalte behandelt:

 

  • Grundlagen des BGM
  • Instrumente und Kennzahlen im BGM
  • Gesundheitskommunikation und Seminargestaltung
  • Projekte planen, durchführen und bewerten
  • EFL-Screening
  • Gesundheits- und Präventionstraining im Betrieb
  • Marketing im BGM

 

Hinzu kommen verschiedene Wahlmodule und ergänzende Kursempfehlungen, zum Beispiel zu den Themen „Clinical Reasoning“, „Standardisierte Messverfahren“ oder „Evidenzbasierte Praxis“.

 

Prüfungen und Weiterqualifikation

Die Zwischenprüfung besteht aus einer mündlichen Prüfung sowie einer Präsentation. Daran schließt sich das maximal sechs Monate dauernde Praxisprojekt an, in dem die Teilnehmer ihre Kenntnisse in einem Unternehmen ihrer Wahl umsetzen. Theoretisch kann das Praxisprojekt bereits während der laufenden Ausbildung konzipiert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, das Projekt noch bis zu vier Jahren nach Ende der Ausbildung abzuschließen.

 

Nach erfolgreichem Abschluss besteht die Möglichkeit, einen Master-Studiengang (Master of Science in Advanced Clinical Practice) an der Universität Teesside (England) anzuschließen. Eine Garantie auf einen Studienplatz gibt es zwar nicht, Absolventinnen und Absolventen der EPC-Weiterbildung erhalten bei Interesse allerdings von der Physio-Akademie gGmbH die notwendige Unterstützung im Antragstellungsverfahren.

 

Kosten

Die Module kosten zwischen 249 und 627 Euro, für Mitglieder des ZVK sind sie im Schnitt etwa 5 Prozent günstiger. Für den gesamten Lehrgang belaufen sich die Fortbildungskosten auf rund 3.500 Euro (ZVK-Mitglieder: ca. 3.400 Euro).

 

PRAXISHINWEIS | Eine genaue Übersicht mit Inhalten und Terminen finden Sie unter www.physio-akademie.de/epc, weiterführende Informationen gibt es auf der Facebookseite des EPC: www.facebook.de/EPCergophysconsult.

 
Quelle: Ausgabe 05 / 2016 | Seite 16 | ID 44022208