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  • · Nachricht · Gesetzgebung

    SHV warnt Bundesregierung vor Einschnitten im Heilmittelbereich

    Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) hat vor finanziellen Einschnitten im Heilmittelbereich gewarnt. Der SHV reagiert damit auf den Referentenentwurf zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), den das Bundesgesundheitsministerium (BMG) am 16.04.2026 veröffentlicht hatte (online unter iww.de/s15508 ).

     

    Der SHV erkennt an, dass eine Kostenexplosion in der GKV vermieden werden muss. Gleichzeitig warnt er jedoch vor den Folgen für den Heilmittelbereich. Das BMG plant die Abschaffung der Mehraufwandspauschale bei der Blankoverordnung und die Rückkehr zur Grundlohnsummenbindung (Vergütungssteigerungen maximal in Höhe der Beitragseinnahmen; 2027 bis 2029 zusätzlich minus 1 Prozent). Der SHV hält dies für falsch: Die jüngsten Vergütungssteigerungen waren notwendige Nachholeffekte nach langjähriger Unterfinanzierung, politisch gewollt (z. B. TSVG, HHVG) und nötig zur Fachkräftegewinnung.

     

    Eine Rückkehr zur Begrenzung werde Fachkräftemangel, Behandlungskapazitäten und Versorgungsqualität verschlechtern, Gehaltseinbußen bei über 300.000 Angestellten und Einnahmeverluste bei Praxisinhabern verursachen sowie Kostenverschiebungen in teurere Leistungsbereiche begünstigen. Die Blankoverordnung bringt zusätzlichen diagnostischen, koordinativen und dokumentierenden Aufwand, der durch die Pauschale abgegolten wird; eine Streichung vor der 2028 geplanten Evaluation sei unangemessen. Zudem kritisiert der SHV das Ausbleiben eines politischen Bekenntnisses, versicherungsfremde Leistungen bundesseitig zu finanzieren. Insgesamt bewertet der SHV den Entwurf als zu kurzfristig gedacht und risikoreich für die Versorgungssicherheit.

    Quelle: ID 50823452