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  • 01.02.2007 | Betriebswirtschaftliche Steuerung

    Praxiscontrolling: Erfolgsprognose anhand von Kennzahlen – Auslastung als Kernfrage

    von Praxisberater Dr. Reinhard Herzog, Tübingen

    Selbst wenn Betriebswirtschaft, Zahlen und Controlling von Physiotherapeuten nicht unbedingt geliebt werden, so führt doch kaum mehr ein Weg daran vorbei. Neben spezifischen Ertrags- und Kostenkennziffern (siehe „Praxisführung professionell“, Ausgabe 7/2006, S. 7 ff.) ist das Thema Auslastung ein ganz zentraler Aspekt erfolgreicher Praxisführung. Dies gilt besonders, wenn Sie hohe Investitionen in Geräte und Räumlichkeiten vorgenommen haben und vergleichsweise viel Personal beschäftigen.  

    Auslastung von Geräten

    Optimale Auslastung heißt: vorhandene Kapazitäten ausschöpfen sowie Stillstands- und Leerlaufzeiten vermeiden. Ein teures Gerät, das ungenutzt herumsteht, kostet Geld – und sei es nur für den Raum, den es belegt. Richtig gerechnet, kostet es viel mehr:  

     

    • Kapitalkosten (Zinsen, Abschreibungen)
    • Kosten für Unterhaltung und Wartung, „Vorhaltekosten“ für die Betriebsbereitschaft
    • Möglicherweise Kosten für speziell geschultes Personal und entsprechende Fortbildungen
    • Anteilige Raumkosten / Belegung von Raumkapazitäten und damit womöglich Verhinderung anderweitiger, rentablerer Nutzung

     

    Kaufmännisch gerechnet, können dabei beachtliche Beträge zusammenkommen, wenn ein Gerät für Trainingstherapie mit einem Anschaffungswert von 25.000 Euro nur wenig genutzt wird:  

     

    • Grob gerechnet schlagen 15 Prozent allein für Abschreibung und Kosten für Zinsen pro Jahr zu Buche (also 3.750 Euro).
    • Für die laufende Unterhaltung können – selbst wenn das Gerät kaum in Betrieb ist – schnell einige hundert Euro zusammenkommen: Wartungsdienste, Abnahmen, Reparaturen, Eichpflichten usw. addieren sich rasch.
    • Eine Schulung oder Fortbildung für spezielle Therapieverfahren, die mit der Nutzung der Technik einher gehen, schlagen rasch in den vierstelligen Bereich aus: Im Grunde sind das ebenfalls Investitionskosten, die ähnlich wie das Gerät mit Zins und „Abschreibung“ zu kalkulieren sind. Hinzu kommt: Selbst Fortbildungen überholen sich im Laufe der Zeit und müssen erneuert werden.
    • Raumkosten – auf Quadratmeterbasis ermittelt – machen schnell etliche zehn bis hundert Euro pro Monat aus, wenn beispielsweise ein ganzer Raum dafür belegt wird.