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  • · Fachbeitrag · Praxisangebot

    Immer beweglich bleiben: Mobility-Training in der Physiopraxis

    von Physiotherapeut/Sportwissenschaftler M. A. Thomas Colshorn, Bremen

    | In der Therapie und dem gesundheitsorientierten Fitnesstraining liegt der Schwerpunkt zumeist auf Ausdauer und Kraft. Aber auch die Beweglichkeit spielt eine entscheidende Rolle bei der Gesunderhaltung des Körpers. Das lässt sich hervorragend als Präventionskurs umsetzen. Auf was dabei zu achten ist, soll der folgende Text verdeutlichen. |

    Use it or lose it: Beweglichkeit heute kaum noch gefordert

    Im Alter baut der Körper nicht nur Muskelmasse ab, wir werden auch zunehmend unbeweglicher. Das liegt zum einen an rein biologischen Prozessen, zum anderen aber auch daran, dass wir uns gar nicht mehr so viel bewegen müssen. Die meiste Zeit sitzen wir und vollführen Tätigkeiten, die das volle Bewegungsausmaß unserer Gelenke nicht annähernd ausschöpfen. Getreu dem Motto „Use it or lose it“ adaptiert der Körper und lässt bestimmte endgradige Bewegungen irgendwann nicht mehr zu. Das entsprechende Gewebe hat sich in seiner Länge angepasst und die neuronalen Muster, unsere Software, die für diese Bewegungen zuständig sind, verkümmert. Dieser Vorgang vollzieht sich meist schneller als der Abbau von Kraft oder Ausdauer.

     

    Dabei hat eine gute und vor allem kontrollierte Beweglichkeit gleich mehrere Vorteile: So werden unsere Gelenkflächen bei großen Bewegungen gleichmäßiger gefordert. Das beugt einer vermehrten Knorpelbelastung vor und kann den Ausbruch einer Arthrose möglicherweise hinauszögern. Dasselbe gilt für andere bindegewebige Strukturen wie Sehnen, Gelenkkapseln und Faszien. Sie alle erfüllen wichtige Funktionen, verkümmern aber bei nicht ausreichender Nutzung. Die Folgen sind eventuell früher einsetzende Gelenkprobleme, Beweglichkeitsverlust und damit zusammenhängende Unsicherheiten in alltäglichen Bewegungen. Diese Unsicherheit kann dann im Alter zu einem erhöhten Sturzrisiko führen.