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Gebührenrecht

Gebühren für Einnahme-Überschuß-Rechnungen

von Steuerberater Horst Meyer, Lüneburg

Frage: Beim Erstellender Einnahme-Überschuß-Rechnungen sind, vor allem beiFreiberuflern, große Differenzen hinsichtlich des Umfangsvorhanden. Manche Mandanten haben eine Buchführung, die von unserstellt und nach § 33 StBGebV abgerechnet wurde. Andere Mandantenwiederum verzichten auf eine Buchführung (vor allem dann, wennkeine Umsatzsteuer-Voranmeldung zu erstellen ist) und überlassenuns im Rahmen der Jahreserklärung einen gefüllten Ordner anBelegen, um den Überschuß der Betriebseinnahmen überdie Betriebsausgaben zu ermitteln.

Beim Abrechnen stellen sich für uns nun folgende Fragen:

  • Was ist mit § 25 Abs. 1 StBGebV alles abgegolten?
  • Ab wann können Vorarbeiten oder Buchführungsarbeiten berechnet werden?
  • Was kann bei Erstellung einerEinnahme-Überschuß-Rechnungen abgerechnet werden, derenUmfang nur etwa 20 bis 30 Belege umfaßt?

Antwort: IhreFragen umfassen eine Vielzahl von Problemen, die nur allgemeinbeantwortet werden können. Dieses will ich nachstehend wie folgtversuchen:

Einnahme-Überschuß-Rechnung nach vom Berater gefertigter Buchführung

Wenn Sie die Buchführung als Steuerberatergefertigt und gemäß § 33 StBGebV abgerechnethaben, ist selbst für Vorarbeiten, die über das üblicheMaß erheblich hinausgehen (§ 25 Abs. 2 StBGebV), imallgemeinen keine gesonderte Abrechnung möglich. Zurordnungsgemäßen Erstellung der Buchführung gehörtauch die Klärung von Fragen und die Beseitigung von Unklarheitenbei der Auswertung der Unterlagen durch den Steuerberater. Siekönnen deshalb für die Ermittlung des Überschusses derBetriebseinnahmen über die Betriebsausgaben lediglich§ 25 Abs. 1 StBGebV anwenden, wobei Sie den Rahmensatznach § 11 StBGebV zu bestimmen haben.

Vom Mandanten selbst gefertigte Buchführung

Hat der Mandant die Buchführung selbsterstellt und ist diese in wesentlichem Umfang zu korrigieren oder zuergänzen, fallen abrechenbare Vorarbeiten an. Solche Vorarbeitensind z.B. denkbar, wenn die Überschußermittlung nachAufzeichnungen und Belegen vorgenommen werden muß, die falsch,unvollständig oder unordentlich sind. Gemäߧ 35 Abs. 3 StBGebV wird bei Jahresabschlüssen eineZeitgebühr für Vorarbeiten bis zur abgestimmten Saldenbilanzberechnet. Daraus ist zu schließen, daß die Aufzeichnungen,welche die Grundlage für eine Überschußrechnung bilden,chronologisch, klar, vollständig und addiert sein müssen undentsprechende Belege vorliegen. Bis zur Herstellung dieses Zustandesist die Zeitgebühr für Vorarbeiten zusätzlich zuberechnen.

Der Mandant reicht nur Belege ein

Haben weder Sie noch der Mandant eineBuchführung erstellt und übergibt Ihnen der Mandant lediglichseine Belege, so ist wie folgt zu unterscheiden:

  • Sind die Belege sehr zahlreich, empfehle ich, mit dem Mandantendie nachträgliche Erstellung einer Buchführung zu vereinbarenund diese gemäß § 33 abzurechnen, bevor dieÜberschußermittlung angefertigt wird. Die Abrechnung derÜberschußermittlung ist dann nach § 25 Abs. 1vorzunehmen. Aus Sicht des Praktikers ist es sinnvoll, dem Mandantenvorher die Höhe der anfallenden Gebühren mitzuteilen.Gegebenenfalls sollte der Mandant auch auf Buchführungspflichtenhingewiesen werden, die eine Erstellung der Buchführung notwendigmachen.
  • Wenn es nur um die Auswertung weniger Belege geht (Sie nanntenz.B. 20 bis 30 Belege), so wird eine Buchführung weder notwendignoch sinnvoll sein. Die Belege sind zusammenzustellen und vermutlichauch auf fehlende Betriebseinnahmen oder Betriebsausgaben zuüberprüfen. Danach ist dieEinnahmeüberschußrechnung zu erstellen. In diesem Falle istneben der Hauptgebühr nach § 25 Abs. 1 StBGebV (Ermittlungdes Einnahmenüberschusses) zusätzlich die Zeitgebührnach §§ 25 Abs. 2, 13 StBGebV abzurechnen, welche sichfür die Ordnung, Zusammenstellung und Überprüfung derUnterlagen auf Vollständigkeit ergibt.

Quelle: Kanzleiführung professionell - Ausgabe 06/1999, Seite 92

Quelle: Ausgabe 06 / 1999 | Seite 92 | ID 104117