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Gebührenrecht

Beratung bei GmbH-Gründung: Angemessenes Honorar durch gesondert vereinbarte Stundensätze

von Steuerberater Horst Meyer, Lüneburg

Frage: Ich habe einen Mandanten bei der Gründung einer GmbH wie folgt beraten:

  • Darlegung der handelsrechtlichen Vorschriften und Vergleich mit anderen Gesellschaftsformen,
  • steuerliche Beratung wegen verdeckter Gewinnausschüttungen sowie Geschäftsführervertrag,
  • Erörterung steuerlicher Probleme bei Ausschüttung bzw. Thesaurierung der Jahresüberschüsse.
  • Wie kann ich diese Tätigkeiten angemessen abrechnen?

Antwort: DieStBGebV gilt nur für Vorbehaltsaufgaben im Sinne von §§1, 33 StBerG (echte Steuerberatung). Maßgeblich für dieAbrechnung solcher steuerlichen Beratungen ist § 21 StBerG (siehehierzu ausführlich „KP“ 8/98, 14 bis 16, 11/98, 7 bis8, 10 bis 11, 12/98, 3 bis 6). Schwierigkeiten ergeben sich häufigbei der Bestimmung des Gegenstandswertes. Ist dieser auch nicht durchSchätzung zu ermitteln, weil nämlich keine genügendenAnhaltspunkte vorliegen, so ist die Zeitgebühr gemäߧ 13 StBGebV anzusetzen.

Die von Ihnen geschilderte Beratung umfaßtaber keineswegs nur Vorbehaltsaufgaben, sondern enthält auchbetriebswirtschaftliche Beratung und damit im Zusammenhang stehendeerlaubte allgemeine Rechtsberatung. Hierfür ergibt sich IhrHonoraranspruch nach Maßgabe der üblichen Vergütung aus§§ 612 Abs. 2, 632 Abs. 2 BGB in Verbindung mit §§315, 316 BGB, wenn keine Vereinbarung abgeschlossen worden ist.

Begrenzung des Stundensatzes vermeiden

Die übliche Vergütung in diesem Sinnewird im allgemeinen nach Stundensätzen berechnet. DieWirtschaftsprüfer rechnen ca. 150 DM bis 250 DM pro Stunde ab. Daserscheint mir auch für Steuerberater angemessen, zumalUnternehmens- und Existenzgründungsberater ebenfallsTagessätze von 1.500 DM bis 3.000 DM berechnen.

Praxistip: EineSchwierigkeit ergibt sich daraus, daß Sie fürVorbehaltsaufgaben an § 13 StBGebV gebunden sind. Dieser siehteinen Höchstsatz von 180 DM pro Stunde vor. Wenn Sie damit nichteinverstanden sind, sollten Sie eine einheitliche Vereinbarung fürdie gesamte Auftragsabwicklung mit Ihrem Mandanten hinsichtlich derStundensatzhöhe treffen. Eine klare Trennung in steuerliche undbetriebswirtschaftliche bzw. erlaubte allgemeine rechtsberatendeTätigkeit wird selten möglich sein. Der Ansatzunterschiedlicher Stundensätze für einzelneBeratungstätigkeiten wird beim Mandanten auf Unverständnisstoßen.

Halten Sie sich an die genannten Stundensätzefür Wirtschaftsprüfer und beachten Sie die formellenVoraussetzungen nach § 4 Abs. 1 StBGebV. Sie müssen eineschriftliche Erklärung des Auftraggebers bezüglich derhöheren Vergütung einfordern, die keine anderenVereinbarungen und Erklärungen enthalten darf.

Quelle: Kanzleiführung professionell - Ausgabe 05/1999, Seite 65

Quelle: Ausgabe 05 / 1999 | Seite 65 | ID 104101