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Gebührenrecht

Anforderung eines Vorschusses: Ist eine abschließende Gebührenrechnung zusätzlich erforderlich?

von RA FASteuerrecht Jürgen Gemmer, Braunschweig

Frage: „Ich habevon meinem Mandanten einen Vorschuss angefordert. Nach Abschluss derAngelegenheit ergibt sich, dass sich der angeforderte und bezahlteGebührenvorschuss betragsmäßig mit dem tatsächlichentstandenen Honorar deckt. Ist es jetzt erforderlich, dem Mandantennochmals eine Berechnung zu erteilen oder kann die Vorschussanforderungfür „endgültig“ erklärt werden?“

Antwort: DieAnforderung eines Gebührenvorschusses hat ihre rechtlicheGrundlage in § 8 StBGebV. Eine besondere Form ist hier nichtvorgesehen. Sie bedarf daher nicht einmal der Schriftform. Im Gegensatzhierzu bestimmt § 9 StBGebV die formalen Anforderungen, die eineGebührenberechnung nach Abschluss der Angelegenheit mindestensenthalten muss.

Ausgehend von diesen Grundsätzen steht es imErmessen des Berufsangehörigen, ob er bereits bei seinerVorschussanforderung die Formvorschriften des § 9 StBGebVberücksichtigt. Wenn dies geschieht und sich dieVorschussanforderung betragsmäßig mit der Endabrechnungdeckt, habe ich keine Bedenken, von einer nochmaligen Endabrechnungabzusehen. Um den Mandanten jedoch über diesen Sachverhalt zuinformieren und um Unklarheiten schon im Vorfeld auszuschließen,empfehle ich ein Abschlussschreiben folgenden Inhalts:

Musterformulierung:

Anrede,

die ...... (hier konkret erbrachte Tätigkeiten aufführen,z.B. Erstellung der Einkommensteuererklärung einschließlichErmittlung des Überschusses der Einnahmen über dieWerbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständigerArbeit, V + V usw.) ist abgeschlossen.

Für die vorgenannten Tätigkeiten habe ich von Ihnen bereitseinen Vorschuss auf die voraussichtlich entstehenden Gebühren undAuslagen erhalten. Meine Vorschussanforderung vom ...... enthältalle erforderlichen Angaben, die § 9 StBGebV an eineGebührenberechnung stellt. Da die Höhe der Vergütung mitdem Vorschussbetrag übereinstimmt, nehme ich davon Abstand, Ihnennochmals eine Gebührenberechnung zu übersenden. Bittebetrachten Sie meine Vorschussanforderung als endgültigeGebührenberechnung.

Mit freundlichen Grüßen

.............................

Ihr Steuerberater

Hinweis: Beiausführlichen Rechnungspositionen dient diese Vorgehensweisesicherlich der Vereinfachung. Sie ersparen dem Mandanten insoweit dieLektüre einer ausführlichen Rechnung über 0 DM. Siesollten allerdings bedenken, dass viele Mandanten vielleicht lieber„wie gewohnt“ eine abschließende Berechnungbevorzugen werden.

Quelle: Kanzleiführung professionell - Ausgabe 06/2001, Seite 94

Quelle: Ausgabe 06 / 2001 | Seite 94 | ID 104306