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01.01.2007 | Checkliste

So erstellen Sie die betrieblichen Steuererklärungen sicher und effizient

von StBin Jutta Liess, Traunreut

Eine der zentralen Ertragsfaktoren in Steuerberatungskanzleien ist die Erstellung der Jahresabschlüsse und der dazu gehörigen Unternehmenssteuererklärungen. Unsere Checklisten zur Jahresabschlusserstellung haben Sie sicherlich schon schätzen gelernt (KP 06, 168 und 188, Checklisten unter www.iww.de, Abruf-Nr. 062731, 062732, 062733, 062734 und 062979). Doch mit der Fertigstellung der Abschlüsse ist Ihre Arbeit in Sachen Deklarationsberatung noch nicht getan. Bei der Erstellung der Steuererklärungen gilt es auch in diesem Jahr wieder, die Flut der Neuregelungen bei der Einkunftsberechnung umzusetzen. Hier hilft Ihnen unsere Checkliste „Betriebliche Steuererklärungen“.  

1. Auftrag zur Fertigung der Steuererklärung

Vor dem Erstellen des Jahresabschlusses und der Steuererklärungen sollten Sie zunächst Auftragsinhalt und -umfang schriftlich festlegen und eine entsprechende Honorarvereinbarung mit Ihrem Mandanten schließen. Denn wenn Sie keinen konkreten Auftrag erhalten haben, dann können Sie auch kein Honorar für Ihre Tätigkeiten verlangen. Insbesondere das Urteil des AG Oberhausen vom 27.11.01 (35 C 379/01, Abruf-Nr. 020274) muss in diesem Zusammenhang beachtet werden. Die Leitsätze lauten:  

 

1.Allein aus der Übergabe von Unterlagen des Mandanten an den Steuerberater lässt sich keine schlüssige Willenserklärung des Inhalts herauslesen, dass eine Steuererklärung erstellt werden soll.
2.Es gibt keinen Erfahrungssatz dahin, dass ein Steuerberater, der mit der monatlichen Buchführung beauftragt ist, auch zugleich den Auftrag hat, den Jahresabschluss zu erstellen.

 

Für den Nachweis eines Auftrags müssen Sie vielmehr hinreichend darlegen, wann und wie Ihnen der entsprechende Auftrag erteilt worden ist.  

2. Checkliste „Betriebliche Steuererklärung“

Zu den betrieblichen Steuererklärungen gehört immens viel Papier. Doch auch der Einsatz eines Software-Programms gewährleistet nicht, dass Sie keine wichtigen Angaben vergessen – und erst recht nicht, dass Sie alle möglichen Gestaltungsmittel nutzen. Mit Hilfe unserer Checkliste bewerkstelligen Sie die Erklärungsvordrucke bequem und schnell. Punkt für Punkt haben wir Ihnen die wichtigsten Besonderheiten zusammengestellt, auf die Sie achten müssen, um Fehlerquellen zu umgehen und Gestaltungen optimal zu nutzen. So können Sie für Ihre Mandanten mehr erreichen als nur die schlichte Pflichterfüllung. 

 

Daneben haben aber auch Sie durch die Arbeit mit der Checkliste einen ganz bedeutenden Vorteil: Die Arbeiten in Ihrer Kanzlei verlaufen effizienter, insbesondere, wenn alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen. Mit unserer Checkliste kann nichts mehr vergessen werden. Doch was noch wichtiger ist: Fällt ein Mitarbeiter plötzlich durch Krankheit aus, kann sofort ein anderer die Erklärung weiter bearbeiten. Er kann sogleich erkennen, was bereits geprüft und erledigt ist. Sehen Sie nachfolgend einen Auszug aus der sechsseitigen Checkliste, die Ihnen bei der Erstellung folgender Steuererklärungen wertvolle Hilfestellung leistet:  

 

  • Gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung für Personengesellschaften
  • Körperschaftsteuererklärung für Kapitalgesellschaften
  • Umsatzsteuererklärung sowie
  • Gewerbesteuererklärung mit Zerlegung

 

Checkliste: Betriebliche Steuererklärungen (Auszug)

Mandant: 

Veranlagungsjahr: 

  

Buchführung durch:  

Mandanten-Nummer: 

  

Abschluss / Prüfung durch:  

 

 

Steuererklärungen durch: 

 

 

 

 

Prüfungspunkte  

Bemerkungen; Termin 

? 

A. 

Allgemein 

  

  

1. 

  

Jahresabschluss erstellt und geprüft? 

  

  

  

  

siehe Checkliste JAHRESABSCHLUSS !! (unter www.iww.de, Abruf-Nr. 062731

2. 

  

Abweichendes Wirtschaftsjahr?  

  

  

  

  

In der Steuererklärung ist der Abschluss aus dem WJ zu berücksichtigen, das im maßgeblichen Veranlagungszeitraum endet (z.B. 2005/06 -> 2006), Ausnahme: USt, zwingend KJ 

 

 

 

B. 

Personengesellschaften – gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung 

 

1. 

 

Maßgebliche Steuererklärungsvordrucke  

a) 

Hauptvordruck ESt 1 B immer;  

dazu je nach Bedarf Anlage EÜR, L, GSE, V, KAP, SO, AUS, FW 

  

  

  

  

b) 

Anlage FB immer;  

Angaben über die Feststellungsbeteiligten 

  

  

  

  

c) 

Anlage FE 1 immer;  

Aufteilung der laufenden Einkünfte, Sonder- und Ergänzungs-bilanzen 

  

  

  

  

d) 

Anlage FE 2 

nur bei Veräußerungsgewinnen (aus Gesamthands-, Ergänzungs- und Sonderbilanzen), tarifbegünstigten Entschädigungen, Gewinnen aus gewerbl. Tierzucht/Tierhaltung, gewerbl. Termingeschäften, priv. Veräußerungsgeschäften 

  

  

  

  

e) 

Anlage FE 3 

nur bei Aufteilung von Sonderausgaben/Förderung Wohneigentum 

  

  

  

  

Prüfungspunkte 

Bemerkungen; Termin 

? 

  

f) 

  

Anlage FE-KAP 

 

  

  

  

  

nur bei Kapitaleinkünften/anrechenbaren Steuern 

g) 

Anlage FE-AUS 1 

 

  

  

  

  

  

nur bei ausländischen Einkünften; Aufteilung der Einkünfte und Steuern 

h) 

Anlage FE-AUS 2 

 

  

  

  

  

  

  

 

nur bei ausländischen Einkünften; Aufteilung weiterer Besteuerungsgrundlagen  

  

(§§ 2a Abs. 1, 34c Abs. 5 EStG, 7 - 12, 14 AStG, nach DBA steuerfrei / Progressionsvorbehalt) 

i) 

Anlagen FE-K 1 und FE-K 2 

 

  

  

  

  

  

  

  

nur bei Beteiligung von KapG (GmbH & Co. KG); Aufteilung der 

Besteuerungsgrundlagen (v.a. Körperschaftsteuerminderung, § 8b KStG

j) 

Anlage FE-V und FE-VM 

 

  

  

  

  

  

  

 

nur bei beschränkt haftenden Gesellschaften (KG, GmbH & Co. KG) wegen Verlustabzugsbeschränkung (§ 15a EStG

2. 

  

Besonders zu prüfen und anzugeben 

a) Gehört Beteiligung zum Privat- oder Betriebsvermögen? 

 

 

b) 

Gezeichnete Einlage laut Handelsregister? 

  

  

c) 

Maßstab/Schlüssel zur Aufteilung der Einkünfte? 

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  • Nach Bruchteilen?

 

  

  • Nach Kapital (gezeichnetes oder eingezahltes)?

  

  • Einzelne Teile nach anderem Maßstab?

d) 

  

  

Sondervergütungen auf gesellschaftsrechtlicher Grundlage? 

  

  

  

  

  

  

  • Tätigkeitsvergütungen laut Gesellschaftsvertrag
  • Zinsen für Kapitalanteile

e) 

Sondervergütungen auf schuldrechtlicher Grundlage? 

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  • Tätigkeitsvergütungen ohne gesellschaftsrechtliche Grundlage

  

  • Mieten/Leasing (Sonderbetriebsvermögen!?)

  

  • Zinsen für Darlehen (Sonderbetriebsvermögen!?)

f) 

Sonderbetriebsausgaben oder -werbungskosten einzelner Gesellschafter? 

  

  

g) 

Verluste/Gewinne aus Ergänzungsbilanzen? Erstmalige Bildung v.a. bei 

  

  

  

  

  

  

  

  

 

  • Gesellschafterwechsel

 

  

  • Einbringungsvorgängen

  

  

  • Inanspruchnahme personenbezogener Vergünstigungen (z.B. § 6b EStG)

h) 

Einkommen von Organträger/Organgesellschaft? (§§ 14bis 19 KStG

  

  

i) 

Vorabgewinne? 

 

  

  

  

  

  

  

  

  • gewinnabhängig?

  

  

  • gewinnunabhängig?

  

 

 

Quelle: Ausgabe 01 / 2007 | Seite 13 | ID 87545