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·Fachbeitrag ·Finanzgericht Hamburg

Substanzwert: Latente Steuern werden nicht berücksichtigt

| Bei der Bedarfsbewertung der Anteile an einer ertraglosen Kapitalgesellschaft mit dem Substanzwert bzw. Liquidationswert werden Ertragsteuern nicht berücksichtigt, die durch Auflösung stiller Reserven entstehen. Soweit es im Einzelfall in der Gesamtschau zu einer Übermaßbesteuerung kommt, wird dieser im gesonderten Verfahren wegen sachlicher Billigkeit durch das für die laufende Besteuerung zuständige FA abzuhelfen sein (FG Hamburg 20.1.15, 3 K 180/14, Abruf-Nr. 145716, Revision BFH II R 15/15). |

 

Der Kläger K erbte sämtliche Anteile an einer GmbH, deren Vermögen aus einem Grundstück sowie Bankguthaben bestand. Die Feststellung des Werts der nicht notierten GmbH-Anteile erfolgte durch Ansatz des Substanzwerts als Mindestwert nach § 11 Abs. 2 S. 3 BewG, wobei der vom Lage-FA festgestellte Grundbesitzwert den Buchwert des Grundstücks deutlich überstieg. K war der Ansicht, dass beim Ansatz des Substanzwerts auch latente Steuern (§ 274 HGB) abzuziehen seien, die infolge der Aufdeckung stiller Reserven entstehen. Das FG wies dies mit folgender Begründung ab: Bei dem gemäß § 11 Abs. 2 BewG vor und ab 2009 unveränderten Substanzwert wird und wurde der Abzug latenter Ertragsteuern der Kapitalgesellschaft nach ständiger Rechtsprechung abgelehnt (BFH 31.5.05, VIII B 67/96, BFH/NV 05, 2178).

 

PRAXISHINWEIS | Die Entscheidung ist unabhängig vom Urteil des BVerfG vom 17.12.14 (1 BvL 21/12, DStR 15, 31) zu treffen. Das BVerfG-Urteil berührt die Bedarfsbewertung nach § 151 BewG oder die Bewertung des Verwaltungsvermögens (§ 13b Abs. 2a ErbStG) nicht, sondern betrifft die materiellen Folgen aus §§ 13a, 13b, 19 ErbStG, die erst im Verfahren betreffend den ErbSt-Bescheid zu prüfen sind.

 
Quelle: Ausgabe 11-12 / 2015 | Seite 277 | ID 43648658