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·Fachbeitrag ·Arbeitsverträge mit nahen Angehörigen

Steuerliche Erleichterungen und Probleme bei Arbeitsverträgen mit nahen Angehörigen

von StB Christoph Iser, Düsseldorf

| Arbeitsverträge mit nahen Angehörigen können durchaus für beide Seiten sinnvoll sein. Zum einen herrscht Gewissheit über die Verlässlichkeit des Gegenübers. Zum anderen können auch geldwerte Vorteile winken. Beispielsweise kann die Anstellung eines Verwandten diesem eine günstige Krankenversicherung eröffnen. Auch der Steuerspargedanke ist nicht zu vernachlässigen: Durch die Anstellung von Kindern könnte eine deutliche Progressionsentlastung bei der Einkommensteuer und eine Ersparnis in der Gewerbesteuer gegeben sein. |

1. Paradebeispiel: Mitarbeit des Ehegatten

Deutlich werden die steuerlichen Vorteile, wenn der Ehegatte im Rahmen eines Minijobs angestellt wird. Ein praxisnahes Beispiel:

 

  • Ehegatte als Minijobber

Die Mitarbeit des Ehegatten wird mittels eines Minijobs entlohnt. Für den Unternehmer-Ehegatten stellen sowohl der Minijoblohn als auch die Lohnnebenkosten von 30 % zuzüglich Umlagen eine steuermindernde Betriebsausgabe dar. Auf der anderen Seite muss jedoch der minijobbende Ehegatte seinen Lohn nicht mehr versteuern. Es ergibt sich folgende Berechnung:

 

Minijoblohn 450 EUR x 12 Monate =

5.400 EUR

30 % Lohnnebenkosten (ohne Umlagen) =

1.620 EUR

1.620 EUR

steuermindernde Betriebsausgabe

7.020 EUR

 

 

Steuerminderung bei einem Grenzsteuersatz von „nur“ 25 %

1.755 EUR

wirtschaftlicher Vorteil der Eheleute bei 25 % Grenzsteuersatz

135 EUR

Auswirkung bei höheren Grenzsteuersätzen:

wirtschaftlicher Vorteil der Eheleute bei 30 % Grenzsteuersatz

486 EUR

wirtschaftlicher Vorteil der Eheleute bei 40 % Grenzsteuersatz

1.188 EUR

 

Betrachtet man die Eheleute als Einheit, entsteht durch den Minijob lediglich die wirtschaftliche Belastung der Lohnnebenkosten. Da beim Unternehmer-Ehegatten Lohnnebenkosten und Minijoblohn Betriebsausgabe sind, egalisiert sich diese wirtschaftliche Belastung bereits bei einem Grenzsteuersatz der Eheleute von knapp über 23 % und wandelt sich mit steigenden Steuersätzen in einen klarer werdenden wirtschaftlichen Vorteil. Eine eventuelle gewerbesteuerliche Ersparnis ist in der obigen Rechnung zudem noch nicht erfasst. Ebenso werden sonstige Beiträge gemindert, die an den Gewinn des Unternehmer-Ehegatten anknüpfen, wie z.B. die Beiträge an Versorgungswerke der freien Berufe.

2. Zur steuerlichen Anerkennung

Natürlich kennt auch das Finanzamt die steuersparende Wirkung eines Arbeitsverhältnisses mit nahen Verwandten und hat, insbesondere auch zur Einschränkung von Scheinverträgen, hohe Anforderungen an die Anerkennung von Verträgen mit nahen Angehörigen geknüpft. Grundsätzlich steht es zwar auch Verwandten frei, ihre Rechtsverhältnisse untereinander so zu gestalten, dass dadurch möglichst viel Steuern gespart werden bzw. eine Steuerbelastung gedrückt wird. Dennoch sollten in der gestaltenden Vorgehensweise die folgenden Voraussetzungen beachtet werden.