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·Fachbeitrag ·Umsatzsteuer

Gutscheine in der Apotheke

| Viele Kunden haben die Vorweihnachtszeit gerne genutzt, um auch in Apotheken Gutscheine zu erwerben, mit denen sie ihren Angehörigen oder Geschäftspartnern eine Freude bereiten wollen. Für die Apotheke stellt sich die Frage, wie diese Gutscheine beim Bezahlen bzw. Einlösen umsatzsteuer- und bilanzrechtlich zu behandeln sind. |

Umsatzsteuer

Klarheit in Bezug auf die Umsatzsteuer schafft hier endlich eine Verfügung der OFD Karlsruhe vom 25. August 2011 (Az: S 7270 Karte 3 , Der Betrieb 2011, S. 2062). Die Finanzverwaltung unterscheidet nach dieser Anweisung:

 

  • Umtausch in ein „anderes Zahlungsmittely“: Werden Gutscheine ausgegeben, die nicht zum Kauf von hinreichend bezeichneten Waren berechtigen, handelt es sich lediglich um den Umtausch von Bargeld in einen Gutschein. Die Hingabe des Gutscheins stellt in diesem Fall noch keine Lieferung dar; folglich fällt auch bei Bezahlung des Gutscheins noch keine Umsatzsteuer an. Erst bei der Einlösung des Gutscheins ist Umsatzsteuer zu zahlen. Ein Beispiel dafür ist, wenn die Apotheke einen Gutschein ausstellt, der beim Einkauf aus dem freiverkäuflichen Sortiment eingelöst werden kann.

 

  • Gutscheine für bestimmte Waren: Werden Gutscheine dagegen über bestimmte, konkret bezeichnete Waren ausgeschrieben, wird der gezahlte Betrag als Anzahlung gesehen. Diese Einnahme unterliegt schon der Umsatzsteuer. Bei der Einlösung des Gutscheins ist später nur für den Differenzbetrag Umsatzsteuer zu zahlen - zum Beispiel wenn der Gutschein nur für OTC-Produkte ausgestellt wird.

 

Bilanzierung und Ertragsteuer

Mit dem Verkauf eines Gutscheins erzielt die Apotheke eine (Geld-)Einnahme, aber noch keinen steuerlichen Ertrag. Mit dem Gutschein hat der Kunde lediglich eine Forderung gegenüber der Apotheke. Die Bareinnahmen muss die Apotheke daher durch einen in der Bilanz ausgewiesenen Passivposten (Verbindlichkeit) neutralisieren. Erst bei der späteren Einlösung des Gutscheins wird der Passivposten aufgelöst und der Gewinn erfasst. Apotheken sollten aufgrund dieser Rechtslage verkaufte Gutscheine listenmäßig nach dem Zeitpunkt der Ausstellung und der Einlösung erfassen.

 

BEACHTEN SIE | Eine andere Rechtslage in Bezug auf die Bilanzierung ergibt sich, wenn Apotheken kostenlos Gutscheine für den nächsten Einkauf ihrer Kunden ausgeben. In einem vergleichbaren Fall hat das Niedersächsische Finanzgericht entschieden, dass dann im Ausgabejahr keine Verbindlichkeit in der Bilanz ausgewiesen werden darf. Der Preisnachlass darf sich erst im Jahr der Einlösung des Gutscheins auswirken. Allerdings ist in dieser Angelegenheit das letzte Wort noch nicht gesprochen. Beim Bundesfinanzhof wird derzeit eine Revision geführt (Az: IV R 45/09).

Quelle: Ausgabe 01 / 2012 | Seite 12 | ID 30459940