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·Fachbeitrag ·Lohnsteuer

Betriebsprüfer interessieren sich für die Mitarbeiterrabatte

| Erfahrungen aus den letzten Lohnsteueraußenprüfungen zeigen, dass die Prüfer verstärkt Sachbezüge und Mitarbeiterrabatte im Fokus haben, denn in den meisten Apotheken können die Mitarbeiter Artikel des Warensortiments verbilligt beziehen. Üblicherweise werden die Artikel zum Einkaufspreis zuzüglich Umsatzsteuer an das Personal abgegeben. Grundsätzlich aber sind alle Einnahmen in Geld oder Geldeswert, die durch ein Arbeitsverhältnis veranlasst sind, Arbeitslohn. Dieser Grundsatz gilt auch für die Mitarbeiterrabatte, die eine spezielle Form des Sachbezugs sind. |

Berechnung des geldwerten Vorteils

Überlässt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Waren oder Dienstleistungen mit einem Preisnachlass, stellt der Unterschiedsbetrag zwischen dem Preis, den der Arbeitnehmer bezahlt, und dem üblichen Preis, den Dritte zu begleichen haben, einen steuerpflichtigen geldwerten Vorteil dar. Der Arbeitnehmer hat diesen geldwerten Vorteil als Arbeitslohn zu versteuern.

 

  • Beispiel

Die Berechnung des geldwerten Vorteils erfolgt nach § 8 Abs. 3 Einkommensteuergesetz (EStG). Angesetzt wird der um vier Prozent geminderte Endpreis, zu dem der Arbeitgeber oder der dem Abgabeort nächstansässige Abnehmer die Waren oder Dienstleistungen fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbietet abzüglich des vom Arbeitnehmer gezahlten Entgelts.

 

Endpreis des Medikaments an Dritte (inklusive Umsatzsteuer)

1.000 Euro

Preisabschlag in Höhe von 4 Prozent

./. 40 Euro

= Geminderter Endpreis

960 Euro

Abgabepreis an Mitarbeiter (Einkaufspreis zuzüglich Umsatzsteuer)

595 Euro

Geldwerter Vorteil (Differenz)

365 Euro

 

 

Die Angestellte hat das Medikament dreimal im laufenden Jahr bezogen.

 

Überschreitung des Rabattfreibetrags

Bei Personalrabatten gewährt der Fiskus pro Arbeitnehmer einen Rabattfreibetrag von 1.080 Euro im Kalenderjahr (§ 8 Abs. 3 EStG). Bis zu diesem Freibetrag bleiben geldwerte Vorteile steuerfrei. Maßgeblich für den Freibetrag ist die aufgelaufene Summe der Rabattierung, also der gewährten Vorteile im Kalenderjahr. Wird der Rabattfreibetrag überschritten, löst der übersteigende Betrag Lohnsteuer- und Sozialversicherungspflicht aus.

 

Das Medikament wurde im Beispiel im Kalenderjahr dreimal an die Arbeitnehmerin vergünstigt abgegeben. Ihr wurde somit ein Vorteil in Höhe von insgesamt 1.095 Euro im Kalenderjahr gewährt. Der Freibetrag von 1.080 Euro wurde überschritten. Die Differenz (15 Euro) unterliegt als Arbeitslohn der Steuerpflicht.

Anwendung des Rabattfreibetrags und Barlohnumwandlung

Folgende Hinweise sollten Sie beachten, wenn Sie Ihren Mitarbeitern etwas Gutes tun wollen:

 

  • Damit der Rabattfreibetrag zur Anwendung kommen kann, darf es sich nicht um Waren oder Dienstleistungen handeln, die der Arbeitgeber ausschließlich für seine Arbeitnehmer herstellt.

 

    • Beispiel

    Der Rabattfreibetrag kann nicht zur Anwendung kommen im Fall einer Kantine, die der Apotheker eigens für die Mitarbeiter betreibt, denn hier wird das Essen nicht (überwiegend) an fremde Dritte abgegeben. Wird hingegen eine Salbe eigens für einen Mitarbeiter angefertigt, fällt dies dennoch unter den Rabattfreibetrag, da Salben überwiegend für fremde Dritte in der Apotheke hergestellt werden.

     
  •  
  • Für die Anwendung des Rabattfreibetrags ist Voraussetzung, dass die Sachbezüge nicht pauschal besteuert werden können, wie zum Beispiel Tankgutscheine. Rabattfreibetrag und Lohnsteuerpauschalierung schließen sich aus, denn lohnsteuerpauschalierbare Leistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer sind immer Arbeitslohn und fallen niemals unter den Rabattfreibetrag.

 

  • Wird ein geldwerter Vorteil anstelle von vereinbartem Arbeitsentgelt gewährt, liegt ein Fall der Barlohnumwandlung vor. Es handelt sich um lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn.

Besondere Aufzeichnungspflichten

Abschließend sei noch auf die besonderen Aufzeichnungspflichten hingewiesen. Hier ist die Lohnbuchhaltung des Steuerberaters auf die Mithilfe der Apotheke angewiesen. Folgende Punkte sind monatlich genau nachzuhalten und zu dokumentieren:

 

  • Verkaufte Artikel bzw. Dienstleistung pro Mitarbeiter und Kalenderjahr
  • Üblicher Verkaufspreis
  • Verkaufspreis für den Mitarbeiter

 

Die Unterlagen sind mit den Lohnunterlagen aufzubewahren und die Mitarbeiterrabatte über das Lohnkonto abzurechnen.

Quelle: Ausgabe 03 / 2015 | Seite 16 | ID 43210882