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·Fachbeitrag ·Bilanzierung

Abzinsung eines unverzinslichen Ehegatten-Darlehens

| Unverzinsliche Darlehen müssen unter den Voraussetzungen des § 6 Abs. 1 Nr. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) abgezinst werden. Das gilt auch für ein unverzinsliches Darlehen unter Ehegatten (Finanzgericht [FG] München, Urteil vom 26.6.2014, Az. 11 K 877/11, Abruf-Nr. 144643, Revision beim Bundesfinanzhof: IV R 20/15). |

 

Hintergrund: Nach § 6 Abs. 1 Nr. 3 EStG sind zum Betriebsvermögen gehörende Verbindlichkeiten mit einem Zinssatz von 5,5 Prozent abzuzinsen, wenn die Laufzeit am Bilanzstichtag zwölf Monate und mehr beträgt. Verbindlichkeiten, die verzinslich sind oder auf einer Anzahlung oder Vorausleistung beruhen, sind davon ausgenommen.

 

Im Streitfall gewährte die Ehefrau ihrem Ehemann, dem Betriebsinhaber, unverzinsliche Darlehen zur Ablösung betrieblicher Schulden. Das FG München stellte zunächst fest, dass die Darlehen Betriebsvermögen darstellen - trotz der mangelnden Besicherung und der erst später erfolgten schriftlichen Fixierung der Darlehensmodalitäten. Darüber hinaus argumentierte das FG wie folgt: Bei einem Darlehen zwischen Ehegatten mindert der Aufschub der Rückzahlungspflicht die wirtschaftliche Belastung des Darlehensnehmers nicht anders als bei einem von einem Dritten gewährten Darlehen oder in den vom BFH entschiedenen Fällen zu Gesellschafterdarlehen.

 

PRAXISHINWEIS | Um eine Abzinsung zu vermeiden, sollte entweder eine Laufzeit von weniger als zwölf Monaten oder eine Verzinsung gewählt werden.

 
Quelle: Ausgabe 12 / 2015 | Seite 2 | ID 43723590