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·Fachbeitrag ·Recht

Keine Vermengung von ambulanter und stationärer Arzneimittelversorgung

| Leistungen der Apotheke werden nicht ohne Weiteres Teil einer stationären Versorgung, wenn es erst durch gesundheitliche Komplikationen zu einer Weiterbehandlung des Patienten im Krankenhaus kommt (Bundessozialgericht, Urteil vom 27.11.2014, Az. B 3 KR 12/13, Abruf-Nr. 144391). |

 

In dem zugrunde liegenden Fall hatte eine Krankenhausapotheke den Patienten für eine ambulante Chemotherapie mit den vertragsärztlich verordneten Zytostatika versorgt (gemäß § 14 Abs. 7 S. 2 Apothekengesetz dürfen insoweit ausnahmsweise auch Krankenhausapotheken an der ambulanten Arzneimittelversorgung teilnehmen). Die Therapie war durch den ermächtigten Krankenhausarzt geplant und wurde in den Räumen des Krankenhauses begonnen. Wegen unvorhergesehener Komplikationen wurde der Patient unmittelbar nach der Chemotherapie stationär aufgenommen. Doch die Leistung der Apotheke ist damit nicht Bestandteil einer einheitlichen vollstationären Krankenhausbehandlung geworden. Sie behält den Vergütungsanspruch nach § 129a Sozialgesetzbuch V i.V.m. der Vereinbarung zwischen Krankenhausträger und gesetzlicher Krankenversicherung.

 

PRAXISHINWEIS | Leistungen, die bereits im ambulanten vertragsärztlichen Versorgungssektor erbracht worden sind, können grundsätzlich nicht durch spätere Ereignisse nachträglich dem stationären Sektor zugerechnet werden. Sie sind gesondert abzurechnen. Dabei ist der Übergang von vertragsärztlicher Versorgung zu stationärer Behandlung wegen der getrennten Abrechnungssysteme genau zu ermitteln.

 

(mitgeteilt von RAin Dr. habil. Sabine Wesser, Köln)

Quelle: Ausgabe 01 / 2016 | Seite 1 | ID 43770985