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·Fachbeitrag ·Arzneimittelversorgung

Wirtschaftlichkeitsgebot kann Arzt zum Direktbezug von Arzneimitteln beim Hersteller verpflichten

| Wegen des Wirtschaftlichkeitsgebots kann ein Arzt zum Direktbezug von Medikamenten vom Hersteller verpflichtet sein, wenn dieser die preisgünstigste Bezugsquelle ist (Bundessozialgericht [BSG], Urteil vom 13.5.2015, Az. B 6 KA 18/14 R, Urteil unter www.dejure.org). |

 

Eine Fachärztin für Allgemeinmedizin musste 16.000 Euro zurückzahlen, weil sie einen an einer Bluterkrankung leidenden Patienten mit den Rezepten in die Apotheke geschickt hatte. Aus Sicht der Krankenkasse hätte sie die Medikamente günstiger direkt beim Hersteller bestellen müssen. Gestritten wurde über Verordnungen von Gerinnungsfaktoren zwischen April 2006 und März 2007. Das BSG erachtete die Honorarrückforderung für rechtmäßig. Die beklagte Prüfungsstelle habe den Regress zu Recht auf das Wirtschaftlichkeitsgebot gestützt, da die Ärztin gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot gemäß § 12 Sozialgesetzbuch (SGB) V verstoßen habe.

 

Beachten Sie | Auch Apothekern drohen bei Verstößen gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot Regresse. Eine Retaxation kommt in Betracht, wenn die Apotheke bei der Versorgung gesetzlich Versicherter mit vertragsärztlich verordneten Arzneimitteln nicht das in § 129 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 SGB V normierte Wirtschaftlichkeitsgebot beachtet (Landessozialgericht Erfurt, Beschluss vom 9.12.2011, Az. L 6 KR 1164/11 NZB, Urteil unter www.dejure.org).

Quelle: Ausgabe 03 / 2016 | Seite 1 | ID 43865248