logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Immobilien

So gehen Sie als Apotheker mit der neuen Immobilienkredit-Richtlinie um

von Wirtschaftsjournalist Michael Vetter, Dortmund

| Weitgehend unbemerkt trat am 21.03.2016 die neue EU-Richtlinie zu Immobilienkrediten in Kraft. Trotz fehlender Erfahrungswerte scheinen Probleme bei der Kreditvergabe vorprogrammiert. Relevant sind dabei die Ermittlung der Kreditwürdigkeit und die Bewertung der finanzierten Immobilie. Apotheker mit eher geringen Erträgen und oft schwankenden und nur schwer vorhersagbaren Einnahmen werden es künftig schwerer haben, Immobilienkredite zu bekommen. AH fasst die Problemfelder zusammen und zeigt auf, wie Sie bei Bankgesprächen damit umgehen. |

 

Ermittlung der Kreditwürdigkeit

Die neue Richtlinie verpflichtet Kreditgeber dazu, sicherzustellen, dass der Kreditnehmer den Kredit auch tatsächlich über die gesamte Laufzeit zurückzahlen kann. Wie genau die Banken das z. B. für eine Frist von fünf oder mehr Jahren bewerkstelligen und wie sie dabei ihre Nachweispflicht gegenüber der Bankenaufsicht erfüllen sollen, ist offenbar noch nicht klar. Fest steht, dass das Haftungsrisiko der Banken steigt: Wenn die Kreditzahlungen zukünftig ausfallen, müssen die Kreditgeber möglicherweise selbst für den finanziellen Schaden aufkommen. Für Apotheker mit eher knappem wirtschaftlichem Budget bedeutet das wohl noch intensivere Prüfungen, zusätzliche betriebswirtschaftliche Analysen und substanziellere Plausibilitätsprüfungen für nahezu jede einzelne Ausgabesituation.

 

Bewertung der Immobilie

Die Bank wird auch die Immobilie, die dem Darlehensvertrag zugrunde liegt, künftig noch vorsichtiger beurteilen. Interne und externe Gutachter, die für die Bewertung der Immobilie verantwortlich sind, müssen laut Richtlinie nun über die erforderliche Fachkompetenz verfügen und vom Prozess der Kreditvergabe so unabhängig sein, dass eine objektive Bewertung gesichert ist.

 

  • Aufnahme eines Immobilienkredits: So sollten Sie als Apotheker vorgehen
  • 1. Bitten Sie neben Ihrer Hausbank weitere Kreditgeber (z. B. bisherige Zweitbanken oder Versicherungen), die neuen Verfahren zur Bonitätsermittlung detailliert darzulegen. Die Anbieter sollen vor allem verdeutlichen, worin sich die neuen Verfahren zur Prüfung der Kreditwürdigkeit von den bisherigen unterscheiden.
  • 2. Stellen Sie zusätzlich folgende Fragen: Wie erfolgt die sogenannte Kreditüberwachung durch den Darlehensgeber während der Kreditlaufzeit? Kommen hier zusätzliche Anforderungen an die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse auf den Apotheker zu?
  • 3. Klären Sie, ob der Kreditgeber einen internen oder einen externen Sachverständigen zur Bewertung der Immobilie auswählt und wie er die Objektivität des Sachverständigen nachweisen kann.
  • 4. Fragen Sie in diesem Zusammenhang ebenfalls, ob bzw. wie sich die künftige Verkehrswertermittlung der Immobilie ggf. von den bisherigen Verfahren unterscheidet.
  • 5. Wenn Ihnen diese Informationen vorliegen, sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über mögliche Konsequenzen. Dazu kann z. B. der Einsatz eines Banksachverständigen gehören, der Sie als Kreditnehmer während der Finanzierung berät und zu Bankgesprächen begleitet.
 
Quelle: Ausgabe 11 / 2016 | Seite 20 | ID 44265244