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·Fachbeitrag ·Versicherungen

Berufsunfähigkeitsversicherung für Apotheker/innen

von Christiane Bentz, Finanzberaterin, NAV-Wirtschaftsdienst/Apothekenservice, Bernau a. Chiemsee

| Je nach Lebensphase macht sich jeder einmal Gedanken über private Vorsorge. Hier spielen persönliche Erwartungen, bisher gemachte Erfahrungen, die Familiensituation und andere individuelle Gegebenheiten eine Rolle. Der „Apotheker Berater“ erläutert die Berufsunfähigkeits- und die Erwerbsunfähigkeitsversicherungen für Apotheker/innen. |

Heute gilt die Erwerbsminderungsrente

Berufsunfähigkeit im versicherungsrechtlichen Sinn meint die ärztlich bestätigte, dauernde Beeinträchtigung der Berufsausübung durch Krankheit, Unfall oder Invalidität und bezieht sich auf den zuletzt ausgeübten Beruf bzw. die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Erwerbsunfähigkeit liegt bei einem krankheits- bzw. behinderungsbedingten Zustand physischer oder psychischer Schwäche vor, der die Fähigkeit eines Menschen vereitelt oder einschränkt, seinen Lebensunterhalt durch Ausübung einer beruflichen Tätigkeit überhaupt zu verdienen; der erlernte oder ausgeübte Beruf spielen hierbei keine Rolle.

 

Aufgrund der gesetzlichen Rentenreform sind seit dem 1. Januar 2001 (für die nach 1961 geborenen Versicherten) die Berufsunfähig- und Erwerbsunfähigkeitsrente durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt worden, das heißt:

 

  • Wer länger als 6 Stunden am Tag arbeiten kann, erhält keine Leistung.
  • Wer 3 bis 6 Stunden pro Tag arbeiten kann, erhält ca. 20 Prozent des letzten Bruttogehalts (= halbe Erwerbsminderungsrente).
  • 40 Prozent des letzten Bruttogehalts (= volle Erwerbsminderungsrente) erhält, wer weniger als 3 Stunden pro Tag arbeiten kann.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Apotheker/innen

Anspruch auf Ruhegeld bei Berufsunfähigkeit haben Sie als Apotheker/in laut Satzung Ihres Versorgungswerkes erst, wenn Sie Ihre berufliche Tätigkeit als Apotheker einstellen. Das ist der Fall, wenn Sie infolge von Krankheit oder anderen Gebrechen oder von Schwäche Ihrer körperlichen oder geistigen Kräfte außerstande sind, eine Erwerbstätigkeit im Apothekerberuf auszuüben. Die berufliche Tätigkeit ist aber noch nicht eingestellt, solange Sie Arbeitsentgelt beziehen oder solange Ihre Apotheke unter Ihrer Verantwortung geleitet wird. Dies kann im Einzelfall zu schweren finanziellen Einbußen führen.

 

  • Beispiel

Ein Herzinfarkt schränkt Sie beruflich zwar weitgehend ein, Sie sind dennoch in der Lage, Ihre Apotheke weiterzuführen. Sie erhalten deshalb keine Berufsunfähigkeitsrente vom Versorgungswerk. Wer zahlt in diesem Fall zum Beispiel eine weitere approbierte Apothekerkraft?

 

Da hier mehr Ausgaben bei - gleichbleibenden oder sinkenden - Einnahmen auf Sie zukommen, macht eine private Absicherung Sinn, die unabhängig von der Geschäftsaufgabe zur Auszahlung kommt und bereits zahlt, wenn Sie zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig sind. So können Sie den Weiterbestand Ihrer Apotheke und Ihre Familie finanziell absichern.

 

Praxishinweis |

Bei der Auswahl der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie auf eine spezielle Berufs-Klausel zu Gunsten von Apotheker/innen achten: „Eine Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte voraussichtlich dauerhaft (aktuell üblich ist eine vertragliche Vereinbarung von länger als sechs Monaten) nicht in der Lage ist, aufgrund von Krankheit, Verletzung oder Kräfteverfall seinen bisherigen Beruf auszuüben und auch keine andere zulässige Tätigkeit als Apotheker ausübt.“

Erwerbsunfähigkeitsversicherung für Apotheker/innen

Die Prämie für eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist günstiger als eine vergleichbare private Berufsunfähigkeitsversicherung. Ausgezahlt wird erst im schlimmsten Fall, wenn Sie als Apotheker in gar keinem Beruf mehr tätig sein können, also zu 100 Prozent invalide sind. Die berufliche Qualifikation, Erfahrung und bisherige Lebensstellung finden dabei keine Berücksichtigung. (Wer seine Berufsunfähigkeit nur schwer nachweisen kann (zum Beispiel Studenten, Auszubildende oder Hausfrauen) haben mit diesem Produkt eine gute Alternative, die wenig kostet, aber dennoch einen gewissen Grundschutz bietet.)

 

  • 1. Ermittlung des finanziellen Bedarfs bei Berufsunfähigkeit

Lebenshaltungskosten

Euro

Miete

Euro

Finanzierungsaufwendungen

Euro

Versicherungsbeiträge

Euro

Telefon

Euro

Auto

Euro

Nebenkosten + Miete

Euro

Finanzieller monatlicher Bedarf bei Berufsunfähigkeit

Euro

  • 2. Ermittlung der bestehenden Einkommenssicherung

Berufsunfähigkeitsrente (Versorgungswerk)

Euro

Vorhandene private Berufsunfähigkeitsrente

Euro

Zinseinkünfte

Euro

Mieteinnahmen

Euro

Sonstige Einnahmen

Euro

Monatliches Einkommen bei Berufsunfähigkeit

Euro

  • 3. Ermittlung der Versorgungslücke

Finanzieller monatlicher Bedarf bei Berufsunfähigkeit

Euro

./. Monatliches Einkommen bei Berufsunfähigkeit

Euro

Versorgungslücke

Euro

 
Quelle: Ausgabe 11 / 2011 | Seite 19 | ID 29323570