· Fachbeitrag · Personal
Integration von Berufsrückkehrerinnen: Wiedereinstieg erfolgreich begleiten
von Katja Löffler, M.Sc. Wirtschaftspsychologie, Dipl. Kffr. (FH), PTA, Grasbrunn
Um dem Fachkräftemangel in Apotheken zu begegnen, ist es sinnvoll, den Fokus stärker auf potenzielle Berufsrückkehrerinnen zu richten. Um diese wieder für die Arbeit in der Apotheke zu gewinnen, sind vielfältige Ideen sowie strukturierte Wiedereinstiegsprogramme gefragt. Damit können Rückkehrerinnen nach einer Elternzeit, Angehörigenpflege, einem längeren Auslandsaufenthalt, einem Sabbatical oder einer längeren Erkrankung systematisch in den Beruf und in das Apothekenteam integriert werden.
Apothekenberufe sind Frauenberufe
Mit einem Frauenanteil von insgesamt 89,2 Prozent (PKA 97,5 Prozent, PTA 96,6 Prozent und Apothekerinnen 74,1 Prozent) gelten Apothekenberufe als typische Frauenberufe. Dies hat verschiedene Begleiterscheinungen: eine hohe Teilzeitquote, Ausfallzeiten wegen Mutterschutz und Elternzeit, höhere Fehlzeiten, geringere Aufstiegsmöglichkeiten und niedrigere Löhne als in männerdominierten Berufen.
Mentale Überforderung
Da die Hauptverantwortung für Care-Arbeit überwiegend bei Frauen liegt, sind berufstätige Mütter aufgrund der Doppelbelastung besonders gefährdet, im Laufe der Zeit ein Burn-out, Angstzustände oder Depressionen zu entwickeln. Umfragen zeigen, dass die vielfältigen familiären Verpflichtungen zu einer Überlastung von Müttern oder pflegenden Angehörigen führen. Der sogenannte Mental Load bezeichnet die Berücksichtigung zahlreicher unsichtbarer Denkprozesse, die durch die Organisation der Care-Arbeit entstehen. Die mentale Belastung, neben dem Beruf und der Berücksichtigung der eigenen Bedürfnisse auch noch für Kinder oder zu pflegende Angehörige verantwortlich zu sein und an viele Dinge gleichzeitig denken zu müssen, setzt berufstätigen Frauen stark zu. Um diese mentale Belastung durch die Vielzahl der teils im Verborgenen ablaufenden Denkprozesse zu reduzieren, sind berufstätige Mütter besonders auf Flexibilität im Beruf angewiesen. Fehlt diese, kann dies im Laufe der Zeit zu chronischem Stress und Überforderung führen. Studien belegen, dass etwa die Hälfte der berufstätigen Mütter von psychischen Problemen betroffen ist.
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