Praxiswissen auf den Punkt gebracht.
logo
  • Meine Produkte
    Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen.
Menu Menu
MyIww MyIww
  • · Fachbeitrag · Personal

    Fehlzeiten: Ursachen – Frühindikatoren – Maßnahmen

    von Katja Löffler, M.Sc. Wirtschaftspsychologie, Dipl. Kffr. (FH), PTA, Grasbrunn

    Ob die aktuellen politischen Entscheidungen zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und zur Einführung einer Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag tatsächlich zu einer Reduzierung der Fehlzeiten in Deutschland führen, bleibt fraglich. Dieser Beitrag liefert Ihnen wichtige Anhaltspunkte, was Sie im Apothekenalltag tun können, um Fehlzeiten tatsächlich zu reduzieren.

    Keine Vergleichbarkeit mit anderen Ländern

    Die Behauptung, Deutschland habe weltweit die höchsten Krankenstände, ist schon deshalb hinfällig, weil die Systeme, mit denen Krankmeldungen in den einzelnen Ländern erfasst werden, nicht miteinander vergleichbar sind. So gibt es beispielsweise in einigen Ländern unterschiedlich viele Karenztage, die in den Statistiken zu den Fehlzeiten dieser Länder jedoch nicht erfasst sind. In einigen Ländern gibt es die Teilzeitkrankschreibung schon länger, was ebenfalls Auswirkungen auf die Anzahl der gemeldeten Krankheitstage hat. Auch der Zeitpunkt, ab dem eine ärztliche Krankschreibung erforderlich ist, unterscheidet sich in den EU-Ländern. Außerdem ist die Anzahl der Kinderkrankentage, die Eltern zusteht, sehr unterschiedlich geregelt.

     

    Mit Einführung der elektronischen Übermittlung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) sind in Deutschland die Fehlzeiten – zumindest in den Statistiken – sprunghaft gestiegen. Zuvor mussten Versicherte die Ausdrucke selbst an ihre Krankenkasse schicken. Dies erfolgte insbesondere bei Kurzzeiterkrankungen, z. B. Atemwegserkrankungen, oft nicht. Folglich wurden diese Fälle nicht registriert und fehlten in früheren Statistiken.