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·Fachbeitrag ·Personal

Attraktive kaufmännische Ausbildung: Novellierung der Ausbildungsordnung für PKA

von Dr. Bettina Mecking, Düsseldorf

| Am 1. August 2012 ist die neue Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) in Kraft getreten. Sie ersetzt die seit 1993 gültige Ausbildungsordnung. Die neue Ausbildungsordnung macht die PKA für die Ausbildungsbetriebe und für die angehenden Fachkräfte attraktiver, weil sie inhaltlich modernisiert und strukturell verbessert wurde. |

Neue Ausbildungsinhalte

Beteiligt an der Ausgestaltung der neuen Ausbildungsordnung waren - unter Federführung des Bundesinstituts für Berufsbildung - das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundesapothekerkammer von Arbeitgeberseite sowie die Apothekengewerkschaft Adexa, Ver.di und der Deutsche Gewerkschaftsbund von Arbeitnehmerseite. Mit den neuen Ausbildungsinhalten sollen die in den vergangenen 20 Jahren durch Weiterentwicklungen im Apothekenbereich veränderten Aufgaben- und Tätigkeitsschwerpunkte der PKA abgebildet werden. PKA sollen künftig Spezialisten für auf die Apotheke ausgerichtete kaufmännische und organisatorische Aufgaben sein. Vor diesem Hintergrund sollen die Auszubildenden künftig vermehrt im Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen geschult werden. Die Mitwirkung bei der apothekenspezifischen Qualitätssicherung ist als weitere neue Kompetenz aufgenommen worden.

 

Ersatzlos gestrichen wurden das Thema Pflanzenschutz sowie die allgemeine Textverarbeitung. Pharmazeutische Inhalte wurden auf ein Mindestmaß reduziert, jedoch erwerben die PKA mit ihrer Ausbildung weiterhin die Sachkenntnis im Einzelhandel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln außerhalb von Apotheken. Auch die Beratung zu apothekenüblichen Waren - wie Kosmetika und Verbandmittel - gehört zu den Aufgaben der PKA. Die Beratung zu Arzneimitteln und deren Abgabe ist hingegen pharmazeutischem Personal vorbehalten.

 

  • Überblick über die neuen oder neu gewichteten Inhalte
  • Kosten- und Leistungsrechnung sowie Controlling
  • Planung von Arbeitsprozessen
  • Umgang mit Informations- und Kommunikationssystemen (EDV)
  • Kommunikation mit Kunden und Firmenvertretern
  • Qualitätsmanagement
  • Dokumentation (Betäubungsmittel, Tier-Arzneimittel, Import, Transfusionsgesetz)
  • Organisation und Durchführung von Marketingmaßnahmen (Wettbewerbsrecht, Aktionen)
  • Koordination von Terminen (Dienst-/Personalplanung)

Unterricht anhand von 13 Lernfeldern

Der Rahmenlehrplan für den PKA-Berufsschulunterricht wird künftig anhand von 13 sogenannten Lernfeldern unterrichtet, die aufeinander aufbauen und die klassische Schulfächerstruktur ersetzen.

 

  • Lernfelder 1. Ausbildungsjahr
  • Die eigene Apotheke präsentieren
  • Die eigene Rolle im Unternehmen mitgestalten
  • Waren beschaffen
  • Wareneingang bearbeiten

 

  • Lernfelder 2. Ausbildungsjahr
  • Waren lagern
  • Sortiment gestalten und Waren präsentieren
  • Über apothekenübliche Waren beraten und Dienstleistungen anbieten
  • Liquidität sichern

 

  • Lernfelder 3. Ausbildungsjahr
  • Mit heilberuflichen Verordnungen umgehen
  • Bei Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln mitwirken
  • Schwierige und komplexe Gesprächssituationen bewältigen
  • Ein Marketingprojekt durchführen
  • Geschäftsprozesse erfassen und kontrollieren

 

Die vorgenannten Ziele stellen den Mindestumfang der zu vermittelnden Kompetenzen dar. In der Unterrichtsgestaltung sollen praxisbezogene Lernsituationen eine zentrale Stellung einnehmen. Ein wichtiges Ziel soll es sein, die Auszubildenden dabei zu unterstützen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln und ihre Kreativität zu entfalten.

Unveränderte Inhalte

Unverändert bleiben die duale dreijährige Ausbildungszeit mit verschiedenen Möglichkeiten zur Ausbildungszeitverkürzung (zum Beispiel durch sehr gute Leistungen), die Berufsbezeichnung „Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r“ sowie die Prüfung mit Zwischen- und Abschlussprüfung. Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres legen die PKA-Auszubildenden eine Zwischenprüfung ab, nach drei Jahren folgt die Abschlussprüfung.

Inhalt der Zwischenprüfung

Der Zwischenprüfungsinhalt bezieht sich auf die Inhalte des 1. Lehrjahrs mit der Beschaffung und der Preisbildung von Arzneimitteln (verschreibungspflichtig, apothekenüblich, freiverkäuflich) und von apothekenüblichen Waren.

Inhalt der Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung umfasst fünf Prüfungsbereiche:

 

  • 1. Geschäfts- und Leistungsprozesse in der Apotheke (schriftlich): Zahlungsverkehr, Marketing, Qualitätssicherung, Leistungsabrechnung, Preisbildung

 

  • 2. Warensortiment (schriftlich): Apothekenübliche Tätigkeiten inklusive Dokumentation, Fachsprache, apothekenübliche Dienstleistungen, Waren und Medizinprodukte = Erwerb des Sachkenntnisnachweises für den Einzelhandel mit freiverkäuflichen Arzneimitteln

 

  • 3. Wirtschaft und Soziales (schriftlich): Allgemeine wirtschafts- und sozialpolitische Inhalte

 

  • 4. Warenwirtschaft (praktisch): Bearbeitung einer Warensendung

 

  • 5. Beratungsgespräch (mtündlich): Kommunikation und Beratung

Struktur und Eckpunkte der Ausbildung

Im Ausbildungsrahmenplan werden die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten konkretisiert. Sie sind die Grundlage für den betrieblichen Ausbildungsplan, den Ausbilder und Auszubildender als Anlage zum Ausbildungsvertrag unterschreiben und der letztlich die betriebliche Ausbildung sachlich und zeitlich gliedert.

 

MERKE | Alle zum Ausbildungsbeginn 1. August 2012 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge richten sich nach der neuen Ausbildungsordnung. Bei der zuständigen Apothekerkammer können der Musterausbildungsvertrag, der betriebliche Ausbildungsplan, der Bestandteil des Arbeitsvertrags ist, sowie Informationen zur neuen Ausbildungsordnung angefordert werden. Die Berufsschulen sind dabei, die Lehrpläne umzustellen. Die neue PKA-Ausbildung ist also im August 2012 auf der Basis der zeitgleich in Kraft getretenen neuen Ausbildungsordnung bundesweit gestartet.

 

Übergangsregelung

PKA, die mit der Ausbildung vor Inkrafttreten der neuen Ausbildungsordnung begonnen haben und die Zwischenprüfung noch nicht abgelegt haben, können wählen, ob sie die Ausbildung nach der alten Ausbildungsordnung weiter machen oder in die neue Ausbildung wechseln. Für den Wechsel ist die Zustimmung des Ausbildungsbetriebs erforderlich.

 

Weiterführender Hinweis

  • Unter www.abda.de/pka.html können die neugefasste Verordnung, die Erläuterungen zum Verordnungstext, die synoptische Gegenüberstellung des Ausbildungsrahmenplans der neuen und der alten Ausbildungsordnung, die Erläuterungen zum Ausbildungsrahmenplan, das novellierte Muster eines betrieblichen Ausbildungsplans sowie der Rahmenlehrplan für den berufsschulischen Unterricht kostenfrei heruntergeladen werden.
Quelle: Ausgabe 12 / 2012 | Seite 10 | ID 36168900