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  • · Fachbeitrag · Fallbeispiel

    Brown-Bag-Review: Kleine Intervention mit großer Wirkung

    von Apothekerin Maren Patte, MBA Health Care Management, Düsseldorf

    Mit den pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) unterstützen Vor-Ort-Apotheken ihre Kunden bei einer effektiven Arzneimitteltherapie. Eine wichtige Rolle spielt dabei der obligatorische Brown-Bag-Review im Rahmen des Erstgesprächs der pDL „Erweiterte Medikationsberatung“. Er ist ein wirkungsvolles Mittel, um Anwendungsfehler aufzudecken. Diese werden im Idealfall verbessert und die korrekte Handhabung der Medikamente geschult sowie bei Bedarf trainiert. Dass pDL nicht kompliziert sein müssen und auch bei einer Medikationsberatung mit einfachen Maßnahmen viel für Patienten bewirkt werden kann, zeigt das folgende Fallbeispiel.

    Einladung zum Arzneimittel-TÜV

    Die Apothekerin Frau Theile bietet gemeinsam mit ihrem Team bereits seit drei Jahren pDL an. Ihre wichtigste Erkenntnis aus zahlreichen Inhalatorschulungen und Medikationsberatungen ist, dass Patienten ihre Arzneimittel oft nicht so anwenden, wie es von Ärzten und Apothekern erwartet wird: mal absichtlich, mal unabsichtlich – manchmal schleichen sich auch erst im Laufe der Zeit Fehler ein.

     

    Vor einigen Wochen hat die Kundin Frau Kirchner Rezepte in der Apotheke von Frau Theile eingelöst. Frau Kirchner ist 74 Jahre alt. Aufgrund einer COPD inhaliert sie jeden Morgen, damit sie Luft bekommt. Vor einigen Jahren hatte sie einen Herzinfarkt und leidet zudem an einer Herzschwäche. Ihr Kardiologe hat ihr erklärt, dass ihre Medikamente lebenswichtig und lebensverlängernd sind. Deshalb ist Frau Kirchner bei der Anwendung ihrer Arzneimittel sehr genau und hält sich strikt an alle Dosierungsangaben. Obwohl sie sich bei ihren Ärzten gut aufgehoben und in der Apotheke bestens beraten fühlt, macht sie sich oft Sorgen um ihre Arzneimittel. Sie hat nämlich gelesen, dass nicht nur Wechselwirkungen, sondern auch eine falsche Handhabung oder ein falscher Einnahmeabstand zum Essen deren Wirkung beeinträchtigen können. „Ich hoffe, dass ich nichts falsch mache, ohne es zu merken“, hat sie Frau Theile gegenüber beim Einlösen der Rezepte geäußert. Frau Theile hat ihre Kundin deshalb zu einer pDL „Medikationsberatung“ und zu einer pDL „Inhalatorschulung“ eingeladen: „Wir führen einmal jährlich für Sie den Arzneimittel-TÜV durch und üben mit Ihnen die Anwendung, damit Sie beruhigt sein können, dass Ihre Arzneimittel sicher wirken.“