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  • · Fachbeitrag · Beratung in der Apotheke

    Warum der Gebrauch von Lachgas als Rauschmittel so gefährlich ist

    von Apothekerin Anja Hapka, Essen

    Lachgas ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Distickstoffmonoxid (N 2 O). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Distickstoffmonoxid auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel. In den letzten Jahren wird Lachgas jedoch auch zunehmend von Jugendlichen und jungen Erwachsenen als vermeintlich harmlose Partydroge konsumiert. Da der Gebrauch von Lachgas als Rauschmittel jedoch fatale Folgen für die Gesundheit haben kann, wird in der Politik ein Verkaufsverbot für Jugendliche angestrebt. AH informiert Sie über die wichtigsten Fakten.

    Medizinischer Einsatz von Lachgas

    In der Medizin wird Lachgas seit 1844 regelmäßig als schmerzlinderndes Gas zur Narkose bei eher kurzen und nicht allzu schmerzhaften chirurgischen Eingriffen eingesetzt. Seit 1965 wird Lachgas nur noch mit dem Zusatz von 50 Prozent Sauerstoff zu Narkosezwecken verwendet. So wird einerseits eine zuverlässige, tiefe Analgesie ohne Bewusstseinsstörung erreicht und andererseits eine Überdosierung von Lachgas verhindert. Bekannt ist diese äuqimolare Mischung unter der französischen Abkürzung MEOPA (Mélange équimolaire oxygène-protoxyde d‘azote).

     

    Da die Wirkung von MEOPA binnen Minuten einsetzt und innerhalb kürzester Zeit vollständig reversibel ist, hat es sich für mäßig schmerzhafte Eingriffe bis zu einer Dauer von maximal 15 Minuten bewährt. Nach dem Eingriff reicht eine drei- bis fünfminütige Nachbeobachtungszeit aus. Gängige Indikationen für die Anwendung von MEOPA sind daher Verbandwechsel bei Verbrennungswunden, Gipsabnahme und -anlage, Wundnähte sowie das Entfernen von Nahtmaterialien oder Fremdkörpern, das Öffnen eines Portkatheters oder das Legen eines arteriellen Zugangs. Es gibt auch positive Berichte zu Lumbalpunktionen, Knochenmarkpunktionen, der geschlossenen Einrichtung eines Knochenbruchs oder peripheren Gelenkausrenkungen. Ebenso kommt MEOPA nach wie vor bei zahnärztlichen Eingriffen und in der Geburtshilfe zum Einsatz.