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  • · Arzneimittelversorgung

    So können Vor-Ort-Apotheken durch ein modernes Versorgungsangebot dem Versandhandel trotzen

    Bild: Midjourney / KI-generiert

    von Geschäftsführer Alexander Mörsheim, easyApotheke Eschweiler

    Die steigenden Nutzungszahlen digitaler Kanäle, das E-Rezept und die wachsende Präsenz von Versandapotheken – insbesondere im Fernsehen – werden oft vorschnell als Indiz dafür gewertet, dass Patienten ihre Medikamente unbedingt online bestellen wollen. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass Patienten den Online-Kanal nicht nur wegen günstiger Preise, sondern auch aus Gründen der Convenience nutzen. Und hier sollten die Vor-Ort-Apotheken ansetzen.

    Studie zeigt Wunsch nach Same-Day-Delivery

    Im Dezember 2025 wurde in einer YouGov-Umfrage mit 21.236 Teilnehmern ermittelt, wie wichtig den Menschen in Deutschland eine Same-Day-Delivery ist. Dabei gaben drei Viertel der Befragten an, dass ihnen eine Lieferung von Medikamenten am selben Tag wichtig ist. Somit ist für sie die Convenience bei der Arzneimittelversorgung wesentlich. Ob diese über dem Preis steht, bleibt hierbei unbeantwortet. Der Auftraggeber der Studie, Fleetlery (ein Unternehmen, das über eine App Marktteilnehmer zur Bündelung von Lieferaufträgen verbindet), erklärt, dass diese hohe Nachfrage auf eine begrenzte operative Realität trifft, da eigentlich keine Versandapotheke hierzu in der Lage ist. Next-Day-Delivery ist zwar Standard, aber eine Versorgung am gleichen Tag wird kaum angeboten. Im Rahmen der Convenience-Frage spielt der Distributionskanal für die Kunden eine eher unbedeutende Rolle. Ihnen ist eine schnelle und zuverlässige Versorgung wichtig.

     

    Erkenntnisse für Apotheken aus der Studie

    Ein wichtiges Fazit ist, dass Kunden nicht nur aus Preisgründen, sondern auch aus Bequemlichkeit bei Versandapotheken bestellen. Oft steht dabei nicht die Lieferung selbst im Mittelpunkt, sondern die Erwartung einer reibungslosen und schnellen Versorgung. Patienten möchten nicht mehrfach in eine Offizin gehen müssen, um dort unklare Aussagen zur Lösung ihres Problems zu erhalten. Dabei lassen sich zwei Kundengruppen unterscheiden: Akut Kranke mit hohem Leidensdruck priorisieren eine schnelle Lieferung, während chronisch Kranke ihre Medikamente meist besser planen können und weniger unter Zeitdruck stehen.