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  • ·Fachbeitrag ·Arzneimittelversorgung

    Arzneimittelberichterstattung 2019/2020: wichtige Entwicklungen im Arzneimittelmarkt

    von Apotheker und Unternehmensberater Prof. Dr. Reinhard Herzog, Tübingen

    | Nachdem die diesjährige Berichtssaison abgeschlossen ist, sollen an dieser Stelle wichtige Fakten des Apothekenmarktes beleuchtet werden, wobei der GKV-Markt im Mittelpunkt steht. Weiterhin wirft AH einen ersten Blick auf die „Bremsspuren“ infolge der Corona-Krise, die sich aktuell und jahreszeitlich nicht unerwartet erst richtig aufzuschaukeln droht. Als Datenquellen dienen neben den Auswertungen der Datendienstleister IQVIA und Insight Health der diesjährige Barmer Arzneimittelreport sowie der jüngst erschienene Arzneiverordnungs-Report 2020. |

    Neuerungen beim Arzneiverordnungs-Report

    Beim Arzneiverordnungs-Report haben sich einige Änderungen ergeben. Der Hauptteil mit einer allgemeinen Marktanalyse und der Betrachtung der einzelnen therapeutischen Indikationen ist weiterhin unter diesem Namen erhältlich ‒ auch in Buchform. Die statistischen Teile sind nunmehr auf die Internetseite des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen (WIdO) gewandert und stehen als „Der GKV-Arzneimittelmarkt ‒ Bericht 2020“ und „Der GKV-Arzneimittelmarkt: Klassifikation, Methodik und Ergebnisse 2020“ in zwei Publikationen zum freien Download (iww.de/s4247) zur Verfügung. In letzterer Publikation findet sich auch die beliebte „Verordnungs-Hitliste“ der einzelnen Arztgruppen. Weiterhin findet man eine Online-Auswertemöglichkeit des GKV-Marktes unter dem Namen „PharMaAnalyst“ (iww.de/s4248). Hier lassen sich beispielsweise die meistverordneten Präparate oder Wirkstoffe recherchieren.

    Der Gesamtmarkt

    Die Übersicht über den Gesamt-GKV-Markt ist aufgrund der Zersplitterung in viele Teilsegmente und der sich teils überschneidenden, vielen Rabatte ein kompliziertes Unterfangen. Tabelle 1 zeigt eine Grobübersicht bis hinab zur Ebene des Apotheken-Nettoumsatzes. Unschärfen sind jedoch aufgrund der komplexen Verrechnungsmethodik unvermeidlich. Insgesamt ist der Gesamtmarkt nach Umsatz im Jahr 2019 kräftig um etwa 5,4 Prozent gewachsen. Überproportionale Zuwächse erzielten dabei die Innovationen, die aber nicht allen Apotheken gleichermaßen zugutekommen. Nur ein kleines Beispiel sind die hochschießenden Umsätze der Augenärzte, die früher eher zu den schwachen Verordnern gehörten. Dies wird jedoch durch Präparate wie Lucentis und Eylea getrieben, die mitnichten alle Augenärzte einsetzen, sodass folglich nur eine kleine Zahl an Apotheken an den Umsätzen partizipiert.