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  • · Fachbeitrag · Apothekenentwicklung

    Zwischen Aufbruch und Rückschlag: Die Herbst-/Wintersaison wird wieder herausfordernd

    von Apotheker und Unternehmensberater Prof. Dr. Reinhard Herzog, Tübingen

    | Das laufende Jahr war bislang ein erstaunlich gutes für die Apotheken ‒ besonders für diejenigen, die mutig die Chancen der Coronapandemie wahrgenommen haben. Da stellen sich etliche Fragen: Wie geht es mit dieser Sonderkonjunktur weiter, was ist für das klassische Apothekengeschäft zu erwarten ‒ und was funkt noch alles dazwischen? |

    Gesamtüberblick

    Masken, Coronatests, Impfzertifikate, diverse Hygieneartikel aller Art ‒ grob überschlagen dürften es bislang gut und gerne drei bis vier Mrd. Euro sein, die den Apotheken seit Herbst 2020 zusätzlich zugeflossen sind. Andererseits waren die Rezept- und Packungszahlen im klassischen Apothekensortiment rückläufig. Die Herbst-/Wintersaison wird wohl weiter von dem Motto „wir wissen, dass wir (zu) wenig wissen“ und einem „Fahren auf Sicht“ geprägt sein. Sollten wieder gewisse Krankheitslasten erreicht werden, liegen auch alle Eindämmungsinstrumente auf dem Tisch. Das sollte man emotionslos anerkennen. Die Apotheken werden sich also zwischen Corona, allgemeinen politischen Weichenstellungen im Gefolge der Bundestagswahl, aufkeimenden Inflationssorgen und branchenspezifischen Themen wie dem E-Rezept-Start hindurchjonglieren müssen.

    E-Rezept und digitale Infrastruktur

    Die Verschiebung des E-Rezept-Starts liegt förmlich in der Luft. Eine wahrscheinliche Lösung dürfte darauf hinauslaufen, dass man beide Systeme der Rezeptbelieferung noch eine Weile parallel laufen lässt und sich vom „Big Bang“, der Umstellung am Stichtag 01.01.2022, verabschiedet. Dies wäre auch aus praktischer Sicht sinnvoll. Zum einen wird der Jahreswechsel immer vom Feiertagstrubel und bei den meisten Apotheken zudem noch von der Inventur überlagert. Zum anderen drohen Corona oder vielleicht einmal wieder die klassischen Erkältungen und die Grippe die Apotheken gerade in dieser Zeit zu (über-)fordern. Doch aufgeschoben wäre nicht aufgehoben.