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·Fachbeitrag ·Zusammenhänge

Metabolisches Symptom: Je dicker der Bauch, desto tiefer die Zahnfleischtasche?

| Es gibt einen Zusammenhang zwischen parodontalen Parametern und Faktoren des metabolischen Syndroms. Dies zeigen Querschnittsdaten einer multizentrischen Studienpopulation aus den Prätests der Nationalen Kohorte (NAKO). [1] Auch Daten anderer Studien deuten darauf hin, dass das Risiko für eine Parodontitis mit der Anzahl der Komponenten des metabolischen Symptoms bei einem Individuum ansteigt. [2] |

 

Das metabolische Syndrom ist ein Bündel von Gesundheitsrisiken, die das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes mellitus erhöhen: Dysglykämie (vor allem zu hohe Blutzuckerwerte), viszerale Fettleibigkeit, atherogene Dyslipidämie (erhöhte Triglyceride und niedrige Konzentrationen von hochdichtem Lipoprotein) und Bluthochdruck.

 

Eine Assoziation des metabolischen Syndroms mit Parodontalerkrankungen ist vermutlich das Ergebnis eines systemischen oxidativen Stresses und einer überschießenden Entzündungsreaktion. Laut Einzeluntersuchungen sind Dysglykämie und Fettleibigkeit die Komponenten des metabolischen Symptoms, die am engsten mit dem Risiko einer Parodontitis zusammenhängen ‒ weniger riskant sind wohl atherogene Dyslipidämie und Hypertonie. [2]

 

In vier Studienzentren (Augsburg, Berlin, Greifswald, Heidelberg) wurden bei 318 Probanden im Alter von 18 bis 70 Jahren die parodontalen Parameter Sondierungstiefe und Sondierungsblutung gemessen, Blutdruck und Taillenumfang bestimmt sowie die Blutkonzentrationen von High-Density-Lipoprotein (HDL) und glykosyliertem Hämoglobin (HbA1c) gemessen. Mit der Sondierungstiefe waren Taillenumfang (0,14 mm je 5 cm), HDL-Konzentration (-0,06 mm je 10 mg/dl) und HbA1c-Konzentration (0,20 mm je 10 mmol/mol) signifikant assoziiert. Bei der Sondierungsblutung zeigten Blutdruck (3,1 % je 10 mmHg) und Taillenumfang (5,4 % je 5 cm) eine positive sowie HDL (‒2,1 % je 10 mg/dl) eine inverse Assoziation. [1]

 

PRAXISHINWEIS | Beobachtungen deuten aber darauf hin, dass eine parodontale Therapie das Niveau der entzündlichen Mediatoren im Serum reduzieren kann. Wenn dieser Befund bestätigt wird, könnte eine parodontale Behandlung Teil der Therapie des metabolischen Symptoms werden. [2]

 

Quellen

  • [1] Hoedke D et al. Assoziation zwischen parodontalen Parametern und Faktoren des metabolischen Syndroms ‒ eine Querschnittsstudie der NAKO-Prätests. DG PARO Jahrestagung 2016, Würzburg, 15.-17. September 2016.
  • [2] Lamster I B et al. Periodontal disease and the metabolic syndrome. Int Dent J 2016; online 9. November 2016.

 

Literatur

Quelle: Ausgabe 02 / 2017 | Seite 3 | ID 44450597