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·Fachbeitrag ·Wasserversorgung

Praxis im Großgebäude: Deutlich höhere Keimbelastung der Dentaleinheiten

| Wenn Ihre Praxis in einem größerem Gebäude untergebracht ist, müssen Sie sich mehr Gedanken über die Keimbelastung Ihrer Dentaleinheiten machen: Die derzeit verfügbaren und vom Hersteller der Dentaleinheiten freigegebenen chemischen Desinfektionsverfahren bieten besonders in Großgebäuden mit langen Leitungen keine dauerhafte Sicherheit, wenn sie als alleinige Maßnahme zur Keim-Eliminierung Verwendung finden. Im Speziellen ist das Kühlwasser von Dentaleinheiten hier häufig stärker mit L. pneumophila belastet. |

Was macht Großgebäude anfälliger für Keime?

Bekanntermaßen liegt die Trinkwasserqualität in Großgebäuden aufgrund des höheren Keimvorkommens unterhalb der von Privathaushalten. Grund hierfür sind die langen und verzweigten Rohrsysteme mit verschiedenen Schlupfnischen, Totsträngen und variierenden Isolierungen mit den daraus resultierenden Temperaturschwankungen.

 

Die an der Universität Göttingen erhobenen Daten lassen den Schluss zu, dass neben der Einspeisung von mikrobiell belastetem Wasser die mehr oder weniger strikte Einhaltung der Hygienestandards und das Alter der untersuchten Dentaleinheiten eine Rolle bei der Keimbelastung der wasserführenden Systeme zahnärztlicher Behandlungseinheiten spielen.

Mikrofilter unterstützen die systemische Desinfektion

Nach Ansicht des Autors Niklas Muschinsky, Zahnarzt in Schloß Holte-Stukenbrock, liefert neben der Verwendung steriler Kochsalzlösung nur der Einsatz vorgeschalteter oder endständiger Inline-Filter (oder eine Kombination aus beiden) erwiesenermaßen keimfreies Wasser.

 

Er stellt zwei Filtersysteme vor:

 

  • 1. Pall-Aquasafe®-Wasserfilter: Um verhindern zu können, dass im Wasser befindliche Keime über die Trinkwasserversorgung in Dentaleinheiten eingeschwemmt werden, hat die Firma Pall Medical, Dreieich, den Pall-Aquasafe®-Wasserfilter auf den Markt gebracht. Dieser wird über einen Schnellverschluss in die Wasserleitung an der Übergabestelle zwischen Trinkwasserleitung und Dentaleinheit integriert und liefert nach Herstellerangaben über einen Monat sterilfiltriertes Wasser. Anschließend muss der Filter gegen einen neuen ausgetauscht werden.

 

  • 2. Inline-Membranfilter Germlyser Dent®: Die Firma Aqua free Membrane Technology, Hamburg, hat speziell für den Dentalbereich geeignete Mikrofilter entwickelt. Der Germlyser Dent® ist ein Inline-Membranfilter, der in den endständigen Bereich des wasserführenden Schlauches integriert wird und so das Kühlwasser zunächst filtriert, bevor es in den Mund des Patienten gelangt. Nach Herstellerangaben werden über einen Zeitraum von sechs Monaten Mikroorganismen wie Legionellen und Pseudomonaden durch eine 0,2 µm Hohlfasermembran zuverlässig aus dem Wasser herausgefiltert.

 

Wie bereits in anderen Studien belegt und durch die Untersuchungsergebnisse dieser Arbeit gestützt, können Wasserfilter ergänzend zu systemischen Maßnahmen die Wasserqualität verbessern.

 

PRAXISHINWEIS | Als alleinige Wasseraufbereitungsmethode in Dentaleinheiten sind Membranfilter jedoch nicht geeignet! So lautet die Warnung von Dr. Tobias Neumann in seiner Untersuchung an der Universität Greifswald. [2]

 

 

Quellen

  • [1] Muschinsky N. Problems of the germ load of water-leading dental units in the university medicine Goettingen under special consideration of Legionella pneumophila ‒ stock taking and possibilities of the germ reduction. Dissertation, Göttingen, 2014.
  • [2] T Neumann: Der endständige Einweg-Membranfilter Germlyser ENT als Alternative zur chemischen Wasseraufbereitung in Dentaleinheiten. Dissertation. Greifswald, 2011.

 

Volltexte

Quelle: Ausgabe 02 / 2015 | Seite 6 | ID 43155699