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  • · CME-Beitrag

    Zahnarztangst bei Patienten mit Traumavorgeschichte meistern

    Bild: Angst / Mirko Waltermann / CC CC BY 2.0

    Angst der Patienten vor der Anästhesie, dem „Bohren“ etc. kennt jede Zahnarztpraxis. Wenn die Angst aufgrund eines früheren traumatischen zahnärztlichen Erlebnisses oder eines andersartigen Traumas überwiegt, ist jedoch mehr als ein Vorgespräch und Empathie gefragt.

    Prävalenz und Einordnung

    Die Prävalenz von Zahnarztangst wird weltweit auf 15,3 Prozent bei den über 18-Jährigen geschätzt. Frauen und jüngere Erwachsene sind häufiger und auch stärker von Zahnarztangst betroffen [1]. Eine norwegische Studie zeigte zusätzlich, dass 2,9 Prozent der Befragten unter besonders starker Zahnarztangst litten, und zwar am häufigsten Personen aus ebendiesen Patientengruppen [2]. Personen mit starker Zahnarztangst klagen demnach häufiger über psychische Belastungssymptome und haben im Vergleich zu Personen ohne oder mit geringerer Zahnarztangst eine schlechtere orale Gesundheit. Die Wissenschaftler stellten fest, dass es einen Zusammenhang zwischen Zahnarztangst und traumatischen Ereignissen gibt. Besonders deutlich trifft dies auf sexuellen Missbrauch zu, selbst wenn keine weiteren allgemeinen Angst- und Depressionssymptome bestehen. Des Weiteren unterscheiden sich Personen mit starker oder geringer Zahnarztangst durch ihre Erfahrung hinsichtlich schmerzhafter oder beängstigender Zahnbehandlungen. Auch traumatische medizinische Behandlungen im Krankenhaus und Vernachlässigung in der Kindheit zählen zu den Ereignissen, die Einfluss auf potenzielle Zahnarztangst haben.

    Komorbiditäten und ihre Häufigkeit

    Zu den häufigsten Komorbiditäten bei Zahnarztangst zählen posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Depressionen und generalisierte Angststörungen [4]. De Jongh et al. berichten in ihrer Studie, dass Personen mit starker Zahnarztangst eine signifikant höhere Anzahl traumatischer Ereignisse (am häufigsten innerhalb der Zahnmedizin, aber auch in der Medizin und außerhalb) als die Referenzgruppe (73 % vs. 21 %) hatten. 46,1 Prozent der Patienten mit ausgeprägter Zahnarztangst wiesen einzelne oder mehrere Symptomkomplexe der PTBS auf, in der Referenzgruppe nur 6 Prozent [5].