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  • · Fachbeitrag · CME-Beitrag

    Traumatische Intrusion erfolgreich behandeln

    Traumatische Intrusionen von Zähnen haben charakteristische Eigenschaften. Die Einhaltung eines empfohlenen Behandlungsprotokolls mindert u. U. Spätfolgen.

    Häufigkeit und Charakteristik

    Im bleibenden Gebiss ist die traumatische Intrusion eine der gravierendsten Formen von Luxationsverletzungen, definiert als eine Verlagerung eines Zahnes in den Alveolarknochen durch eine axiale Krafteinwirkung, was klinisch mit einer verkürzten Zahnkrone imponiert. Mit einer Inzidenz von 0,5 bis 2 Prozent aller Zahntraumata, überwiegend bei männlichen Patienten, tritt sie eher selten auf [1]. Diagnostisch richtungsweisend ist der aufgetriebene Alveolarfortsatz, betroffene Zähne sind nicht beweglich, im Perkussionstest metallisch und im Regelfall mit negativem Sensibilitätstest [2]. Meistens sind die OK-Zähne von Eckzahn bis Eckzahn betroffen (97,2 % der Fälle). Bei 66,5 Prozent der betroffenen Zähne zeigen sich Begleitverletzungen, am häufigsten Kronenfrakturen. Die Evidenzlage zu den Behandlungsprotokollen ist aufgrund der Seltenheit begrenzt [1].

    Empfehlungen zur Akutversorgung

    Wissenschaftler empfehlen bei der Intrusionsbehandlung ein Vorgehen entlang der aktuellen Leitlinien und zeitnahes Eingreifen durch chirurgische oder kieferorthopädische Revision mit folgender Schienung [1]. Ihr beschriebenes erfolgreiches Behandlungsprotokoll sieht die extraorale Untersuchung, Sensibilitäts- und Perkussionsprüfung, Untersuchung der Nachbarzähne und Röntgenbefundung vor. Neben dem OPG wird zu periapikaler Aufnahme und Aufbissaufnahme geraten, um Wurzel- oder Alveolarfortsatzfrakturen sicher festzustellen/auszuschließen. Anschließend erfolgen unter Lokalanästhesie Säuberung und Exzision von Abschürfungen, chirurgische Reposition der betroffenen Zähne mit einer Extraktionszange, Nahtversorgung abgelöster Papillen (falls notwendig) sowie flexible Schienung unter Einbeziehung eines jeweils nicht-traumatisierten Nachbarzahnes. Bezüglich der Schienungsdauer gibt es unterschiedliche Auffassungen, sie reichen von 10 Tagen bis zu 6-8 Wochen [1]. Die deutsche Leitlinie empfiehlt 2-4 Wochen (flexibel).