· Fachbeitrag · CME-Beitrag
Kleinere Chirurgie: Aussetzen der DOAK-Therapie nicht notwendig
Immer mehr Ältere werden antikoaguliert. Damit geht ein perioperatives Blutungsrisiko bei zahnärztlichen Eingriffen einher und es stellt sich die Frage, ob deshalb das Absetzen der antithrombotischen Medikation erforderlich ist. Bei direkten oralen Antikoagulanzien gibt es dazu eine einheitliche Empfehlung.
Auch besonders Alte profitieren von Antikoagulanzien
Die Verschreibung orale Antikoagulanzien bei den 85-Jährigen und noch Älteren ist mit ca. 80 Prozent hoch und zeigt studiengestützt einen hohen klinischen Nutzen auch in dieser Altersgruppe [1]. Dabei ist die Einnahme direkter oraler Antikoagulanzien (DOAK) aufgrund ihrer einfachen Anwendung und dem Wegfall regelmäßiger Kontrollen der Gerinnung beliebt. DOAKs wirken dabei direkt gegen bestimmte Gerinnungsfaktoren: Rivaroxaban (Xarelto®), Apixaban (Eliquis®), Edoxaban (Lixiana®) sind Faktor Xa-Hemmer; Dabigatran (Pradaxa®) ein Thrombininhibitor [2,3]. Welche Behandlungsempfehlungen sich für diese wachsende Patientengruppe hinsichtlich der Einnahme von DOAKs bei einfachen chirurgischen zahnärztlichen Eingriffen und dem damit verbundenen Risiko potenzieller Blutungskomplikationen ergeben, war Gegenstand verschiedener Untersuchungen.
Nicht-Absetzen war erfolgreich
Eine schwedische Studie zeigte, dass die Inzidenz postoperativer Blutungen nach einfachen und chirurgischen Zahnextraktionen bei Patienten unter fortlaufender DOAK-Einnahme und der Anwendung lokaler Hämostyptika zur Blutstillung 27 Prozent betrug [4]. Während drei Prozent der 160 Patienten unter DOAK-Therapie sich aufgrund der Blutung in der Praxis vorstellen oder einem zweiten chirurgischen Eingriff unterziehen mussten, konnten die anderen Betroffenen die Blutung zu Hause stillen, wozu ihnen das Beißen für mindestens 30 Minuten auf mit Tranexamsäure getränkte Gaze empfohlen worden war. Fälle von schweren Blutungen mit Bluttransfusion bzw. Klinikaufenthalt wurden nicht beobachtet. Das Autoren-Fazit: Zugunsten des potenziell höheren Risikos schwerwiegender thromboembolischer Komplikationen ist die DOAK-Therapie während und nach einfachen und chirurgischen Zahnextraktionen sicher und muss nicht unterbrochen werden.
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