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  • · Fachbeitrag · CME-Beitrag

    Einbeziehung von Logopäden in die Zahnmedizin sinnvoll

    Zwischen myofunktionellen Störungen, die von Logopäden behandelt werden, und zahnmedizinischen wie kieferorthopädischen Auffälligkeiten bzw. Störungen gibt es Wechselwirkungen. Deshalb kann es in der zahnärztlichen Praxis auch sinnvoll sein, Logopäden in die Diagnostik und Therapie mit einzubeziehen.

    Beziehung von Zahnmedizin und myofunktionellen Störungen

    Einige logopädische Auffälligkeiten gehen mit Auffälligkeiten der Zähne oder des Kiefers einher. Beschrieben wird bspw. eine interdentale Lage der Zunge (Lispeln) bei einem offenen oder lateral offenen Biss oder ein interdentales Schluckmuster bei einer Prognathie [1]. Gleichzeitig wirken Zahnstellungen und Kieferlage auf das Weichgewebe des orofazialen Systems [2]. Eine logopädische Therapie kann die zahnmedizinische oder kieferorthopädische Arbeit unterstützen, indem die Fehlfunktionen physiologischer Bewegungs- und Koordinationsabläufe beim Atmen, Kauen, Schlucken und Sprechen behandelt werden. Logopäden behandeln damit myofunktionelle Störungen, auch orale Dysfunktionen benannt.

     

    Die Wechselwirkung beider Gebiete macht eine amerikanische Studie [3] deutlich, die die Auswirkungen der zahnärztlichen Therapie einer eingeschränkten Zungenfunktion untersuchte: Bei 13 Monate alten bis 12-jährigen Kindern mit Sprechstörungen (u. a. Sprachverständlichkeit) und Störungen der Nahrungsaufnahme (z. B. verminderte Bolusmobilität, Würgen, selektive Ernährung, Zurückhalten von Nahrung und Zungenpressen) und des Schlafs (schlafbezogene Atmungsstörungen oder Schlafapnoe) wurden aufgrund der mangelnden Zungenfunktion das Zungenbändchen mit einem CO2-Laser (10.600 nm) entfernt und logopädische Übungen absolviert. Nach vier Wochen zeigte der überwiegende Teil der Kinder funktionelle Verbesserungen in Bezug auf das Sprechen (89 %), Essen und Schlafen (jeweils 83 %).