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  • · Fachbeitrag · CME-Beitrag

    Anzahl der erhaltenen eigenen Zähne mit der Lebenserwartung assoziiert

    Immer mehr Forschungsprojekte beschäftigen sich mit dem möglichen Zusammenhang zwischen der Mundgesundheit und verschiedenen Gesundheitsproblemen. Liegt der Fokus auf der Anzahl der erhaltenen Zähne, so scheint diese signifikant mit der Lebenserwartung zu korrelieren.

    Mundgesundheit und gesundes Altern hängen zusammen

    Mit der weltweiten demografischen Entwicklung steigt das Interesse an gesundem Altern. Die Wechselwirkungen von Mundgesundheit und systemischen Erkrankungen sind bekannt. In diesem Kontext zeigte ein systematisches Review [1], dass ein positiver Zusammenhang zwischen der Anzahl der natürlichen Zähne und gesundem Altern existiert.

     

    Dabei scheint es nicht nur um die reine Anzahl der verbliebenen eigenen Zähne zu gehen, sondern auch um die Aufrechterhaltung der Kaufunktion [2]. Forscher identifizierten einen direkten Zusammenhang zwischen Zahnersatz, Okklusion sowie Gesundheit und Langlebigkeit: Mit nachlassender Mundfunktion steigt das Risiko für allgemeine körperliche Gebrechlichkeit und Pflegebedürftigkeit aufgrund von Nährstoffmangel und Muskelabbau. So sinkt mit einer verminderten Kaufunktion die Zufuhr von z. B. Kalzium, Eisen, Vitamin C und D, Ballaststoffen und der Gesamtenergie. Des Weiteren wurde beobachtet, dass Patienten mit Zahnersatz ein niedrigeres Sterberisiko als solche ohne Zahnersatz aufwiesen, wenn sie weniger als zehn Zähne hatten, die noch Kaufunktionen übernehmen konnten.

    Progression des Zahnverlustes und Mortalität

    Duan et al. [3] gingen noch weiter und beschäftigten sich mit der Frage, ob es auch einen Zusammenhang zwischen der Progression des Zahnverlustes und der Mortalität gibt. Dazu wurde der jährliche Zahnverlust der 8.073 Studienteilnehmer im durchschnittlichen Alter von 83 Jahren vier Gruppen zugeordnet:

     

    • stabil (0 Zähne/Jahr),
    • langsamer Verlust (1 Zahn/Jahr),
    • moderater Verlust (≥ 2, < 4 Zähne/Jahr) und
    • rascher Verlust (≥ 4 Zähne/Jahr).

     

    Im mittleren Beobachtungszeitraum von 3,5 Jahren betrug die Hazard Ratio (statistischer Wert, der das Risiko für das Eintreten eines Ereignisses in zwei Gruppen über die Zeit vergleicht) für die Mortalität der Probanden

    • mit langsamem Zahnverlust 1,11,
    • für moderaten Verlust 1,2 bzw.
    • bei raschem Verlust 1,33.

     

    Da das Risiko der Gesamtmortalität damit mit zunehmendem Zahnverlust als signifikant, unabhängig von der Zahnanzahl zu Beginn, eingestuft und ein positiver linearer Zusammenhang festgestellt wurde, empfehlen die Autoren, besonderen Fokus auf die Kontrolle der Zahnverlustprogression zu legen.

     

    Das Wichtigste in Kürze

    Personen mit einer größeren Anzahl gesunder Zähne, zeigen im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung. Wird die Kaufunktion und damit die Nährstoffaufnahme bewahrt, wirkt sich das auf die systemische Gesundheit positiv aus.

     

    Quellen

    • [1] Sahab L et al. Oral Health and Healthy Ageing: A Systematic Review of Longitudinal Studies. Dent J (Basel). 2025 Jul 4;13(7):303. doi.org/10.3390/dj13070303.
    • [2] Watanabe Y et al. Oral health for achieving longevity. Geriatr Gerontol Int. 2020 Jun;20(6):526–538. doi.org/10.1111/ggi.13921.
    • [3] Duan L et al. Tooth loss progression and mortality among older adults: results from the Chinese longitudinal healthy longevity survey (CLHLS). BMC Geriatr. 2025 Oct 10;25(1):769. doi.org/10.1186/s12877-025-06419-1.
    Quelle: Ausgabe 11 / 2026 | Seite 14 | ID 50982625